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Bundesregierung informiert zum Problem 2000

02.11.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Bundesregierung wird kommende Woche rund zehn Millionen Informationsbroschüren zum Jahr-2000-Problem über alle großen Tageszeitungen verbreiten. Außerdem hat sie eine Website freigeschaltet, auf der verschiedene Quellen für weitere Informationen über den sogenannten Millennium-Bug aufgelistet sind.

Außerdem eröffnet die Bundesregierung eine telefonische Infoline. Unter der Telefonnummer 0180/595-2000 können Bürger für 24 Pfennig pro Minute Experten zu allen möglichen Fragen rund um das Jahr-2000-Problem konsultieren. Daneben steht ein Fax-Abrufservice zur Verfügung. Über diesen kann man sowohl die genannte Broschüre und weitere Hinweise abzurufen als auch eine kostenlose CD-ROM zum Thema bestellen. Die Faxnummer lautet 0190/660900 (89 Pfennig pro Minute).

Bei der Lektüre der bereits veröffentlichten Broschüre fällt allerdings auf, daß die Berliner Bundesbehörden vor allem mit Allgemeinplätzen zum Jahr-2000-Thema glänzen. Die Frage, ob etwa Feuerwehr und Polizei in der Nacht zum 1. Januar 2000 einsatzbereit seien, beantwortet die Broschüre mit der Aussage, Polizei und Katastrophenschutz hätten "erhöhte Einsatzbereitschaft". Zudem seien in vielen Gemeinden und Städten "Runde Tische zum Erfahrungsaustausch" etabliert worden.

Bei der Beantwortung der Frage, welche Hausgeräte die Bürger überprüfen sollten, werden Heizungsanlagen mit Kaffeemaschinen in einem Atemzug genannt. Grundsätzlich gipfeln die Tips der Bundesregierung zu möglichen Vorbereitungsmaßnahmen der Bürger in dem Rat, die Hersteller aller möglichen Geräte über die Jahr-2000-Fitness ihrer Produkte zu befragen. Bei der Frage, ob Strom- und Wasserversorgung sowie die Telekommunikationsverbindungen gesichert seien, verläßt sich die Regierung auf die Eigenaussagen der Energie- und Wasserwirtschaft sowie der deutschen Telekom.

Der Status deutscher Krankenhäuser wird lapidar mit der Feststellung umrissen, die Mehrzahl der Geräte in der Medizintechnik seien "auf ihre Jahr-2000-Tauglichkeit geprüft, umgestellt und erneut getestet" worden. Recherchen der COMPUTERWOCHE zufolge hat man sich aber selbst in großen Kliniken wie der Berliner Charité auf die Aussagen der Hersteller verlassen. Einzeltests waren wegen des enormen Aufwands und der resultierenden Kosten überhaupt nicht möglich.