Neue App

Bundesliga-Geldgeber Sky sorgt für Irritationen

05.08.2013
Die neuen Medienverträge bringen den Fußball-Bundesligisten so viel Geld wie nie zuvor. Den mit Abstand größten Anteil zahlt Sky - doch der Pay-TV-Sender sorgt nun mit seinen App-Plänen für Irritationen.
Sky möchte mit seiner neuen App Rechte nutzen, die es möglicherweise nicht hat.
Sky möchte mit seiner neuen App Rechte nutzen, die es möglicherweise nicht hat.
Foto: Sky Deutschland

Ausgerechnet der größte Geldgeber der Fußball-Bundesliga sorgt für Unruhe. Wenige Tage vor dem Saisonstart droht ein Streit mit dem Pay-TV-Sender Sky, der dringend geklärt werden muss. Hintergrund ist eine App, die schon kurz nach Spielschluss bewegte Bilder zeigen soll. Die nur acht Tage vor dem ersten Anstoß angekündigte Neuerung von Sky irritiert zumindest die Deutsche Fußball Liga (DFL).

Unter großem Zeitdruck müssen in Krisengesprächen nun die Grenzen der teuren Verträge geklärt werden. Am Sonntag wollte sich niemand offiziell äußern. Angesichts der Bedeutung der beteiligten Parteien bedarf es nun eines Kompromisses, der alle das Gesicht wahren lässt.

Mit Sky legt sich die DFL nicht gerne an. Schließlich zahlt der Pay-TV-Sender in den kommenden vier Spielzeiten durchschnittlich 485,7 Millionen Euro pro Saison. Doch die neue App für weniger als fünf Euro könnte die Exklusivität der Axel Springer AG, die erstmals audiovisuelle Rechte von der Liga erworben hat, bedrohen.

Das Problem ist, dass Sky Rechte nutzen möchte, die der Pay-TV-Sender möglicherweise in dieser Form nicht hat. "Das Angebot einer separat buchbaren App, die möglicherweise unmittelbar nach Abpfiff alle Tore des aktuellen Spieltags beinhaltet, wirft .. einige Fragen auf", heißt es in einer Mitteilung der Liga vom Freitagabend: "Die DFL wird in dieser Angelegenheit kurzfristig im Dialog mit den Beteiligten eine Klärung herbeiführen."

Trotz dieser vorsichtigen Formulierung dokumentiert der Inhalt die Brisanz des Themas. Bereits einen Tag zuvor hatte sich die DFL zu einer Pressemitteilung genötigt gesehen, in der es hieß: "Es gibt keine vertragliche Grundlage, auf deren Basis Sky vor oder nach Axel Springer ein identisches Produkt .. anbieten könnte."

Tatsächlich ist das neue App-Angebot von Sky zwar ein anderes und längst nicht so umfangreiches wie Springers "Bild plus". Allerdings ist es rund eine Stunde schneller verfügbar und billiger. Im Kampf um neue Zielgruppen könnte das neuartige Internet-Angebot damit eine Konkurrenz für die Axel Springer AG sein, die bei ihrer Digitalstrategie ganz besonders auf die Bundesliga setzt.

"Im Sky Sport News HD Livestream sind bereits unmittelbar nach Abpfiff alle Tore des aktuellen Bundesliga-Spieltags zu sehen", sagte Roman Steuer, der Leiter des Nachrichtenkanals, in einer Sky-Mitteilung. Die App dafür kostet 4,99 Euro im Monat. Sie ist zunächst nur für Apple-Geräte verfügbar, soll jedoch bald für andere Anbieter ausgeweitet werden.

Erst eine Stunde später sind die Bundesliga-Bilder bei Springers Internetangebot "Bild plus" zu sehen und kosten monatlich insgesamt 7,98 Euro, bestehend aus einem Account für "Bild plus" für 4,99 Euro sowie 2,99 Euro für das kräftig beworbene Fußball-Angebot. Dafür kann der Kunde sich sein Programm aus mehreren Zusammenfassungen selbst zusammenstellen. (dpa/tc)