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Bundeskartellamt hat nichts gegen Telekom-Fusion

03.05.1999
D1 soll in Bonn bleiben

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Chef des Bundeskartellamts, Dieter Wolf, hat gegen die geplante Fusion der Deutschen Telekom mit der Telecom Italia nichts einzuwenden. Wolf erklärte gegenüber dem Berliner "Tagesspiegel", der geplante Zusammenschluß hätte auch Konsequenzen für die Telekom-Konkurrenten in Deutschland. Weil der Bonner Carrier durch die Fusion mit den Italienern noch mächtiger werde, sollte die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation darüber nachdenken, "ob die Gebühren - vor allem für die letzte Meile zum Kunden - tatsächlich angemessen und diskriminierungsfrei sind", so Wolf. Künftig dürften dann auch Zusammenschlüsse unter den Telekom-Verfolgern bei seiner Behörde auf größeres Verständnis treffen, erklärte der oberste deutsche Wettbewerbshüter.

Die Telekom hat Meldungen des "Spiegel" widersprochen, wonach Unternehmenschef Ron Sommer im Zuge des geplanten Mergers mit Telecom Italia die Mobilfunktochter D1 von Bonn nach Rom verlegen und mit ihren rund sechs Millionen Kunden und 6000 Angestellten unter italienische Leitung stellen wolle. Mit diesem Plan wolle Sommer die in Italien bestehenden Bedenken gegen eine Fusion der beiden ehemaligen Staatsmonopolisten zerstreuen, hieß es in dem Bericht. Ein Telekom-Sprecher erklärte dazu, da sei "nichts dran".