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Bundesamt für Güterverkehr genehmigt das Maut-System

15.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit dem heutigen Tag wird es amtlich: Wenn das Bundesamt für den Güterverkehr (BAG) die Betriebsgenehmigung erteilt - wovon jeder ausgeht -, dann wird das LKW-Maut-System nach Dutzenden Pleiten und Pannen am 1. Januar 2005 starten.

Da die Generalprobe des Abrechnungssystems für die Benutzung deutscher Autobahnen über mehrere Wochen fast ohne jede Probleme ablief, dürfte das BAG die so genannte Besondere vorläufige Betriebserlaubnis (BVB) am heutigen Tag erteilen. An der Generalprobe hatten 125 Speditionen mit mehreren tausend LKWs teilgenommen. Ergebnis: Rund 99 Prozent aller Fahrten auf Autobahnen waren korrekt erfasst und abgerechnet worden. In dem Vertrag, den das Betreiberkonsortium unter Führung von Daimler-Chrysler und der Deutschen Telekom mit dem Bundesverkehrsministerium abgeschlossen hat, war eine Erfüllungsquote von mindestens 95 Prozent vereinbart worden.

Insbesondere ausländische Fuhrunternehmen haben die für die automatische Erfassung der LKWs und die Berechnung der Streckennutzung notwendigen Geräte (On Board Units = OBUs) in den Lastkraftwagen mehrheitlich noch nicht eingebaut. Trotzdem gehen Branchenverbände wie der Deutsche Speditions- und Logistikverband nicht davon aus, dass es im neuen Jahr zu chaotischen Szenen an den Autobahnabrechnungsstellen kommen wird. An diesen - etwa Rastplätzen - können die LKW-Fahrer ihre Fahrtrouten händisch eingeben.

Da sich die Fahrten auch drei Tage im Voraus via Internet eingebuchen lassen, wird diese Offerte für viele Speditionen eine attraktive Alternative sein. Ab dem 29. Dezember 2004 können erstmals Fahrten über das WWW eingestellt werden.

Das Mautkonsortium Toll Collect geht davon aus, dass es insgesamt höchsten 50 Mautabrechnungsstellen geben wird, an denen es zu Verzögerungen wegen Wartezeiten kommen könnte. Hierzu zählen die Grenzübergänge in Frankfurt an der Oder und in Kehl sowie der Hamburger Hafen. Grundsätzlich aber, so Toll-Collect-Geschäftsführer Christoph Bellmer, werde niemand in kilometerlangen Schlangen warten müssen. Maximal hätten LKW-Fahrer vielleicht 15 bis 20 Minuten zu warten, wenn sie ihre Fahrten an den Abrechnungsstellen einbuchen. (jm)