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Bundesagentur für Arbeit sucht Kooperationspartner für Virtuellen Arbeitsmarkt

20.04.2004

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigte sich in Berlin auf der Konferenz "Neue Kooperationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt - moderne Personalvermittlung über das Internet" gegenüber den kommerziellen Internet-Jobbörsen gesprächsbereit.

Hintergrund sind die Probleme mit dem BA-eigenen Virtuellen Arbeitsmarkt (VAM). Aus den Turbulenzen um die hauseigene Jobbörse zog die Nürnberger Behörde zahlreiche Konsequenzen. Statt einem Projektleiter gibt es mittlerweile vier Mitarbeiter, die sich diese Aufgabe teilen. Ein internes Audit prüft bis Ende April den Virtuellen Arbeitsmarkt und die anderen IT-Projekte. Bis Ende Juni soll die Entscheidung über die weitere Implementierung fallen. Die aus dem Ruder gelaufenen Kosten für das VAM-Projekt sind jetzt auf 163 Millionen Euro limitiert, von denen laut Vorstandsmitglied Heinrich Alt noch 20 Millionen für Weiterentwicklungen zur Verfügung stehen.

"Wir wollen niemanden vom Markt verdrängen", warb Alt. Die vier großen kommerziellen Jobbörsen Jobpilot, Monster, Stepstone und Jobscout 24, die sich zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben, hörten in Berlin zwar solche Beteuerungen mit Interesse, doch laut Monster-Geschäftsführer Kai Deininger werden bis zu einer Einigung noch viele Gespräche notwendig sein. Ein Streitpunkt zwischen den Kontrahenten sind die Stellenanzeigen, mit denen die Jobboards Geld verdienen, die die BA allerdings kostenlos veröffentlicht. Auch das sogenannte WIN-Modell der vier Jobbörsen, das beispielsweise vorschlägt, die VAM-Stellenbörse nur Arbeitslosen und Jobsuchenden zur Verfügung zu stellen, bringt keine Lösung. Beide Seiten brauchen also neue Lösungsideen.

Michael Weideneder, Geschäftsführer von Stellenanzeigen.de schlug in der Abschlussdiskussion eine neue Variante vor: Die hohen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung an die Nürnberger Behörde sollten gesenkt werden, dafür sollten Unternehmen zukünftig auch für die ausgeschriebenen Stellen im VAM zahlen. BA-Mann Alt fand zwar solche Vorschläge interessant, verwies allerdings an die Politik, die über die Zukunft der Behörde entscheiden solle. (iw)