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Bull will mit GCOS zurück in die schwarzen Zahlen

29.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der französische Server- und Services-Anbieter Groupe Bull hofft nach Aussagen von Chairman Pierre Bonelli für das zweite Halbjahr auf einen kleinen Profit von Zinsen und Steuern nach einem EBIT-Verlust von 151 Millionen Euro für die ersten sechs Monate. Im kommenden Jahr soll Bull dann wieder in die Gewinnzone zurückehren.

Der Nettoverlust für das erste Halbjahr 2002 betrug aufgrund von Abschreibungen 524,2 Millionen Euro bei Einnahmen von 780,8 Millionen Euro. Für die verbleibenden sechs Monate stellte Bonelli 730 Millionen Euro Umsatz und 29 Millionen Euro Nettoverlust in Aussicht. Einen Vergleich mit dem Vorjahr wollte der Bull-Chef nicht ziehen. "Das ist Geschichte", so Bonelli. Sollte die Strategie aufgehen und Bull 2003 wieder schwarze Zahlen schreiben, will der Konzern neues Kapital einwerben.

Bull war Ende vergangenen Jahres durch einen 450-Millionen-Euro-Kredit des französischen Staates gerettet worden, der noch mit 16 Prozent am Unternehmen beteiligt ist. Strategisch setzt der zeitgleich inthronisierte Bonelli seither vor allem auf die Bestandskunden der Mainframes mit proprietärem GCOS-Betriebssystem. "GCOS wird es auch 2021 noch geben", widersprach Bonelli Gerüchten von einer Einstellung. Ende 2003 oder Anfang 2004 will Bull auch eigene IA-64-Server auf den Markt bringen, die Standard-Vier-Wege-Boards von Intel mit hauseigener Chipsatz- und Switching-Technik kombinieren und dank virtueller oder physikalischer Partitionierung mehrere Betriebssysteme - etwa GCOS, Windows und Linux - gleichzeitig ermöglichen. (tc)