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Bull besinnt sich auf das Servicegeschäft

18.06.2004

Der französische Serverhersteller und IT-Dienstleister Groupe Bull SA will sein Servicegeschäft in Europa wieder ausweiten. Der Wiedereinstieg sei möglich, weil ein diesbezügliches Wettbewerbsverbot mit dem Konkurrenten Steria in den nächsten Jahren ablaufe, so der neue CEO Gervais Pellisier gegenüber der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos". Der Pariser Computerpionier hatte im Jahr 2002 seine Systemintegration- und Beratungseinheit Integris an Steria verkauft (Computerwoche.de berichtete). Gemäß einer Vereinbarung zog sich Bull anschließend weitgehend aus dem europäischen Servicegeschäft zurück, mit Ausnahme von Frankreich und Italien.

Wie ein Firmensprecher dem Branchendienst "Computerwire" erklärte, ist bereits Anfang 2004 der Nichtangriffspakt mit Steria in den Ländern Belgien, Spanien und den Niederlanden ausgelaufen. Im kommenden Jahr falle das Wettbewerbsverbot in Großbritannien und Deutschland, 2006 dann in der Schweiz und Skandinavien. Bull gehe davon aus, sofort Serviceaufträge mit bestehenden Hardwarekunden zu generieren, etwa für die Wartung und Implementierung von Middleware sowie ERP-Systeme.

Zunächst hofft der hochverschuldete Konzern jedoch, im kommenden Jahr finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Um das Unternehmen vor dem Untergang zu bewahren, will der französische Staat als Hauptaktionär eine Restrukturierungshilfe von 517 Millionen Euro gewähren. Die für Anfang 2005 geplante Aktion muss allerdings noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Zusätzlich sind die privaten Gläubiger von Bull bereit, auf 90 Prozent ihrer Anleihen zu verzichten und den Rest in Bull-Aktien umzuwandeln. (Computerwoche.de berichtete). (mb)