Bürgel ersetzt Host durch Linux-Cluster

Martin Ortgies ist Fachjournalist für IT und Telekommunikation.
Aus Kostengründen stellte die Hamburger Wirtschaftsauskunftei ihre Mainframe-Anwendungen um.

Als klassischer Großrechnernutzer stand Bürgel im Jahr 2003 vor einem Problem: Mit der Expansion des Geschäfts stiegen auch die Anforderungen an die IT.

Dass die Kernanwendungen auf dem IBM-Host "Z800" an Kapazitätsgrenzen stoßen würden, war abzusehen, berichtet IT-Chef Achim Siebertz. Probleme bereitete auch die nötige Verfügbarkeit der Anwendungen, die angesichts der internationalen Klientel rund um die Uhr gesichert sein musste. Um schneller auf neue Kundenanforderungen reagieren zu können, verlangte das Management zudem mehr Flexibilität in der IT.

Im Linux-Cluster der Firma Bürgel sichern sich zwei Datenbank-Server gegenseitig ab.
Im Linux-Cluster der Firma Bürgel sichern sich zwei Datenbank-Server gegenseitig ab.

Die Wirtschaftsauskunftei Bürgel, eine Tochtergesellschaft von Euler Hermes (Allianz Gruppe) und EOS (Otto Gruppe), offeriert Dienstleistungen für das Kredit-, Forderungs- und Direkt-Marketing-Management. Eine zentrale Datenbank in Hamburg liefert Wirtschaftsinformationen über rund 3,6 Millionen Unternehmen und 37 Millionen Privatpersonen in Deutschland. Kunden greifen per Internet auf die Informationen zu. Eine leistungsstarke Datenbankanwendung mit kurzen Antwortzeiten und Echtzeitaktualisierungen ist für die Hanseaten deshalb geschäftskritisch.

Alternativen zum Mainframe

Lange Zeit nutzte Bürgel dafür ein Host-System mit Web-Gateway, dabei bildete eine DB2-Datenbank von IBM die Kernanwendung. Die Fortsetzung des Großrechnerbetriebs wäre aber nur mit einer teuren Aufrüstung der Hardware auf ein größeres System möglich gewesen, erinnert sich Siebertz. Weil die Mainframe-Softwareanbieter ihre Preise zumeist an der installierten Rechenleistung ausrichten, hätte Bürgel außerdem erheblich höhere Lizenzkosten verkraften müssen.