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BT will Mobilfunksparte auslagern

01.02.1999
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die British Telecom (BT) plant, ihren Mobilfunksektor als eigenständiges Unternehmen auszugliedern. Hintergrund sind Auflagen, die britische Behörden dem Carrier gemacht haben. Zum einen möchte BT die 40 Prozent an der Firma Cellnet (nach Vodafone zweitgrößter Mobilfunkanbieter Großbritanniens) kaufen, die ihr bislang noch nicht gehören. Zum anderen will BT auch bei der Vergabe von Lizenzen für die kommende Handy-Generation, mit der sich Daten bis zu 40mal schneller übertragen lassen als bisher, ein Wörtchen mitreden. In beiden Fällen hatten Behörden die Auflage gemacht, die Mobilfunksparte kaufmännisch getrennt zu behandeln. Auf diese Weise soll verhindert werden, daß BT das Mobilfunkgeschäft mit Einnahmen aus dem Festnetz stützt.

Darüber hinaus mehren sich Gerüchte, BT könnte sich im Mobilfunkgeschäft mit der amerikanischen AT&T zusammentun. BT-Chef Paul Bonfield hatte gestern gegenüber der "Sunday Times" entsprechende Andeutungen gemacht. Die beiden Unternehmen hatten bereits im vergangenen Juli eine zehn Milliarden Dollar schwere Partnerschaft angekündigt (CW Infonet berichtete). Nach der Übernahme von Airtouch durch Vodafone wäre das die zweite große transatlantische Mobilfunk-Allianz binnen weniger Wochen - für Handy-Besitzer bestünde damit endlich begründete Hoffnung auf kompatible Standards in den USA und Europa.