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Brüssel fordert Preiskontrolle im deutschen Festnetz

16.06.2006
Die Deutsche Telekom bezeichnet den Vorstoß der EU-Kommission als "sehr befremdlich".

Die EU-Kommission fordert wirksame Preiskontrollen auf dem deutschen Markt für Festnetztelefonate. Damit sollten Verbraucher besser gegen die überhöhten Preise der marktbeherrschenden Deutschen Telekom geschützt werden, sagte der Sprecher der zuständigen Kommissarin Viviane Reding am Donnerstag in Brüssel. Die Telekom kontrolliere 94 Prozent der Festnetz-Zugänge an die Endkunden. Die Deutsche Telekom bezeichnete die Äußerungen der EU-Kommission als "sehr befremdlich".

Der Verlust von mehr als 100.000 Teilnehmeranschlüssen pro Monat sei ein klares Zeichen für einen funktionierenden Wettbewerb, sagte ein Sprecher in Bonn. Zur Forderung einer getrennten Buchführung sagte der Sprecher: "Die Möglichkeiten der EU, die Rechnungslegung zu beeinflussen, halten wir für gering." Die Kommission forderte die Bonner Bundesnetzagentur auf, der Telekom eine getrennte Buchführung vorzuschreiben, um eine wirksame Preiskontrolle in dieser Sparte durchzusetzen. Die Preise in Deutschland seien höher als in vielen EU-Ländern.

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