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Browser-Integration eine Gefahr?

11.06.1999
Antitrust-Prozeß

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit dem Princeton-Dozenten Edward Felten, dem dritten Zusatzzeugen der Anklage, rückte die angebliche Integration des Browsers "Internet Explorer" wieder auf die Tagesordnung im Kartellverfahren gegen Microsoft. Das US-Justizministerium und die 19 mitklagenden US-Bundesstaaten werden der Gates-Company unter anderem vor, sie habe mit ihrer Produktstrategie den Konkurrenten Netscape aus dem Markt drängen wollen. Microsoft dagegen bezeichnet den integrierten Internet Explorer als einen integralen Bestandteil seines Desktop-Betriebssystems.

Felten hatte bereits bei seiner ersten Aussage im vergangenen Dezember ein selbstgeschriebenes Progrämmchen präsentiert, das die Explorer-Funktionalität - nicht allerdings dessen Dateien - aus Windows 98 entfernt. Eine neue Version des Programms funktionierte auf dem von Microsoft-Anwalt Steve Holley mitgebrachten Notebook gestern allerdings nur teilweise. Interessant wurde die Verhandlung, als Richter Thomas Jackson Felten zum Thema Computersicherheit vernahm. Es sei doch wohl offensichtlich, daß ein ins Betriebssystem integrierter Browser das Virenrisiko erhöhe, so Jackson. Felten vertrat ebenfalls diese Ansicht.