Britisches Großprojekt läuft aus dem Ruder

23.06.2006
Die Kosten des IT-Vorhabens der Gesundheitsbehörde NHS verdoppeln sich auf mehr als 18 Milliarden Euro.

Der britische Rechnungshof (UK National Audit Office) hat die Revision des IT-Projekts des National Health Service (NHS) veröffentlicht. Die Kontrollbehörde schätzt die Gesamtkosten über die Laufzeit von zehn Jahren auf 12,4 Milliarden Pfund (18,2 Milliarden Euro). Ursprünglich hatte die Gesundheitsbehörde 6,4 Milliarden Pfund veranschlagt.

Immerhin scheinen mit einer Verdoppelung der Investitionen die schlimmsten Befürchtungen unbegründet: Zwischenzeitlich gab es Meldungen über drei- bis fünfmal so hohe Ausgaben gegenüber der ursprünglichen Planung. Entsprechende Äußerungen eines britischen Regierungsmitglieds, das von 20 Milliarden Pfund (knapp 30 Milliarden Euro) und mehr gesprochen hatte, rückte das NHS gerade: Damit sei das gesamte IT-Budget der Gesundheitsbehörde während der Projektlaufzeit gemeint.

Das Vorhaben zielt auf die Modernisierung der kompletten IT-Landschaft des britischen Gesundheitssystems. Das Projekt umfasst sowohl die Überarbeitung der internen IT des Ministeriums (beispielsweise die Vereinheitlichung von 900000 Desktops)als auch die Einbindung von Ärzten und Krankenhäusern in ein einheitliches Transaktionssystem.

Zentrale Datenbank

Die Mediziner sollen künftig auf eine zentrale Datenbank für 50 Millionen Briten zugreifen sowie Krankenhausbetten automatisch und besser auslasten können. Im Plan ist zudem ein elektronisches Such- und Anmeldesystem für Arztbesuche enthalten. Die Generalunternehmer in diesem Mammutprojekt sind BT, Fujitsu, Accenture und CSC, hinzu kommen viele Subunternehmer. (jha)