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Britische Steuerbehörde fordert von EDS Schadensersatz

04.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das enttäuschende Gastspiel als Outsourcing-Partner der britischen Steuerbehörde Inland Revenue hat für Electronic Data Systems (EDS) ein Nachspiel. Wegen des offenbar missglückten Versuchs, ein funktionierendes System zur Verwaltung von Steuergutschriften zu bauen, droht die Abteilung Majesty's Revenue & Customs (HMRC), den texanischen IT-Serviceriesen zu verklagen. Die Behörde versucht auf diese Weise, einen Teil des Geldes zurückzuerhalten, das zuviel an Steuerzahler ausgezahlt wurden. Die Hauptschuld sieht die Behörde bei sich. Daneben sei es jedoch auch wegen technischer Pannen in dem von EDS geplanten und implementierten System zu Einbußen gekommen. Detaillierte Angaben zur Rolle des Dienstleisters oder zur Höhe des geforderten Schadensersatzes machten die Briten jedoch nicht.

Das System war entwickelt worden, um Familien mit Kindern oder niedrigem Einkommen angemessene Steuergutschriften zukommen lassen zu können. Nach Angaben der Behörde soll das System seit dem Betriebsübergang zu Capgemini im Juni 2004 korrekt laufen (siehe auch: "Britische Finanzbehörde tauscht den Outsourcing-Partner"). Nun versuche man, die Schadensersatzforderungen gegen den früheren Betreiber zu klären.

Neben dem drohenden finanziellen Schaden würde im Falle eines Prozesses auch der Ruf von EDS in Großbritannien auf dem Spiel stehen. Das Image des IT-Dienstleisters bei britischen Behörden hatte sich gerade erst etwas erholt. Im März konnte sich das von EDS angeführte Atlas-Konsortium einen Riesenauftrag vom britischen Verteidigungsministerium sichern (siehe auch: "EDS-Konsortium unterschreibt britischen Militär-Megadeal"). (mb)