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Britische Regierung prüft Einsatz von Sun-Software

09.12.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die britische Regierung hat einen fünfjährigen Rahmenvertrag mit Sun Microsystems geschlossen, um dessen neue Softwarepakete "Java Desktop System" und "Java Enterprise System" möglicherweise bei der öffentlichen Hand einzusetzen. Die Beschaffungsstelle Office of Government Commerce (OCG) erklärte, sie werde in Kürze mit Tests beginnen, um zu ermitteln, wie Kosten und Nutzbarkeiten der Sun-Lösungen ausfallen.

Das OGC hatte zuvor bereits ähnliche Tests mit quelloffener Server-Software von IBM veranstaltet. Bei Sun interessiert die Behörde vor allem die Desktop-Komponente. "Sun ist an uns herangetreten mit der Aussage, sie hätten ein Desktop-Produkt, das wir nutzen könnten, und plötzlich wurde uns klar, dass wir durchgängige Open-Source-Systeme haben könnten", erklärte OCG-Sprecher Martin Day. Man habe sich aber noch nicht für bestimmte Anbieter entschieden und werde erst nach eingehenden Tests befinden, welche Produkte man gegebenenfalls bei den rund 500.000 Zivilangestellten und Beamten einsetzen werde. "Wir wollen nicht nur einen Open-Source-Anbieter nehmen, denn dann tauschen wir bloß den Namen Microsoft gegen IBM", so Day weiter.

Tests des Java Desktop System startet auch der britische National Health Service (NHS) mit rund einer Million Angestellten, der gerade vor einer umfassenden technischen Aufrüstung steht (Computerwoche online berichtete). Der NHS verhandelt auch mit Microsoft über einen neuen Lizenzvertrag. Die Aussage von Director General of IT Richard Granger "Unsere Evaluierung des Java Desktop System birgt die Hoffnung, einen größeren Teil unserer Mittel direkt in eine bessere Versorgung der Patienten fließen zu lassen" dürfte beim Redmonder Riesen die Alarmglocken schrillen lassen. (tc)