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Britische Gesundheitsbehörde kämpft mit IT-Problemen

20.01.2005
Der britische NHS stößt bei der Modernisierung seiner IT-Infrastruktur auf immer neue Probleme. Das Projekt verzögert sich, die potenziellen Anwender sind unzufrieden.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die britische Gesundheitsbehörde U.K. National Health Service (NHS) stößt bei der Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur auf immer neue Probleme. Wie ein Bericht der zuständigen Aufsichtsbehörde NAO bemängelt, bleibt das milliardenschwere Projekt nicht nur hinter dem Zeitplan zurück, sondern droht auch die Unterstützung durch potenzielle Anwender zu verlieren.

Im Zentrum der Kritik steht ein Online-Buchungssystem, das Ärzte und Patienten für die Auswahl und Reservierung von Krankenhausbetten nutzen sollen. Das Choose and Book genannte System arbeite unzuverlässig und werde deshalb kaum genutzt, so der NAO-Bericht. Bis Ende Dezember sollte die Software gemäß den ursprünglichen Plänen 205.000 Buchungen abwickeln, tatsächlich seien es nur 63 gewesen. Auch mangele es an der Anbindung von Allgemeinärzten und Krankenhaussystemen.

Mit der Implementierung des Programms wurde 2003 der IT-Dienstleister Atos Origin beauftragt. Die Software selbst stammt vom US-amerikanischen Hersteller Cerner Corp. Atos Origin will sich nicht für die Verzögerungen verantwortlich machen lassen. Man habe die vereinbarte Software pünktlich geliefert und das dafür vorgesehene Budget eingehalten, erklärte das Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme. (wh)