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Britische Firma reklamiert Rechte an Software-Downloads

16.06.2004

Die auf die Lizenzierung geistigen Eigentums spezialisierte Londoner Firma BTG Plc. behauptet, sie habe die Rechte an einer Software-Download-Technik, die häufig für die automatische Verteilung von Software oder Updates eingesetzt wird. Sie stehe deswegen bereits in Verhandlungen mit einer Reihe von Softwarefirmen, die wegen angeblicher Patentverletzungen Lizenzen erwerben sollen.

Nach Angaben von BTG-Sprecher Andy Burrows geht es konkret um sechs US-Patente. Diese hatte ein amerikanischer Erfinder erhalten, mit dessen New Yorker Firma Teleshuttle zusammenarbeitet. Die Patente betreffen Burrows zufolge "das Herunterladen von Softwareupdates manuell oder zu vorher festgelegten Zeitpunkten, wie es für Antiviren-Updates und Software-Patches verwendet wird".

BTG arbeitet seit 1998 mit Teleshuttle, zwei Jahre bevor die US-Firma das erste der betreffenden Patente zugeteilt bekam. Laut Burrows verhandeln die Briten bereits seit einigen Monaten mit Unternehmen, deren Produkte die Patente wahrscheinlich verletzen. Der BTG-Sprecher wollte allerdings weder Anzahl noch Namen - laut der britischen Zeitung "Daily Telegraph" gehört Microsoft dazu - der Betroffenen verraten und machte auch keine Angaben zum möglichen Wert der Technik. "Es gibt eine interne Schätzung, wir machen diese aber nicht publik", so Burrows. "Wir sind aber sicher, dass es am Markt Produkte gibt, die diese Technologie verwenden."

Bislang hätten sich die kontaktieren Firmen verhandlungsbereit gezeigt. Sollten die Gespräche scheitern, seien aber natürlich rechtliche Schritte denkbar, erklärte Burrows weiter.

BTG setzte im Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahr umgerechnet knapp 100 Millionen Dollar um, eingenommen fast ausschließlich mit Lizenzverträgen und Beilegung von Rechtsstreiten. Zum Portfolio der Firma gehören Techniken wie Magnetresonanz-Imaging und Luftkissenboot. (tc)