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Studie

Bringen hyperkonvergente Systeme den Mittelstand voran?

31.05.2016
Die amerikanischen Marktforscher von Gartner beziffern den Markt für hyperkonvergente Systeme im Jahr 2019 auf rund fünf Milliarden Dollar. Auch andere Analysten beobachten ein zunehmendes Interesse. Eine Studie von Crisp-Research geht der Frage nach, in wie weit hyperkonvergente Systeme dazu beitragen können, die IT-Landschaften von Mittelständlern flexibler und leistungsfähiger zu machen.

Planung, Aufbau und Betrieb von hyperkonvergenten Plattformen war bislang äußerst aufwändig und erforderte ein Know-how, das typischerweise nur bei Großunternehmen oder spezialisierten Service-Providern vorhanden ist. "Die Konzeption eigener Server-Architekturen sowie die Integration einer Vielzahl an Software-Komponenten zu einem optimierten Gesamtsystem mit den geforderten Skalierungsfähigkeiten, kann in der Regel nur von einem Experten-Team geleistet werden", sagt Maximilian Hille, Analyst bei Crisp Research. "Neben erfahrenen Data Center-Architekten, Server- und Storage-Experten und Cloud-Spezialisten sind zudem noch erfahrene Software-Entwickler gefragt. Daher sind diese Hyperkonvergenten Infrastrukturen zunächst vor allem bei Cloud Service Providern zu finden."

Aber im Markt für hyperkonvergente Systeme fänden gerade maßgebliche Veränderungen statt. Denn seit einiger Zeit seien Hyperkonvergente Systeme in Form vorgefertigter Appliances erhältlich. Für die Anwender ergebe sich damit beim Einsatz solcher Systeme eine "Plug and Play"-Erfahrung. Der Implementierungs- und Konfigurationsaufwand werde gegenüber dem Aufbau einer komplett eigenen vergleichbaren Architektur deutlich geringer -das Konzept der Hyperkonvergenz auch für kleinere Unternehmen ohne Spezial-Know-how leichter zugänglich.

Nach den Ergebnissen der Studie "2015 State of Hyperconverged Infrastructure Market" haben bereits heute weltweit rund ein Viertel der Unternehmen (24 Prozent) hyperkonvergente Lösungen im Einsatz. Für die Studie hat ActualTech Media im Auftrag der Simplivity Corporation, eines Spezialisten für Hyperkonvergente Systeme, Experten und Manager aus den Bereichen IT-Infrastruktur und -Organisation aus 500 Unternehmen aller Branchen befragt.

Hohes Interesse an Hyperkonvergenten Systemen

Allerdings machen die Marktforscher von ActualTech Media darauf aufmerksam, dass diese überraschend hohe Zahl dadurch verfälscht sein könnte, dass die Befragung über die Website "hyperconverged.org" initiiert wurde. Man müsse deshalb davon ausgehen, dass die Teilnehmer der Studie sich mehr für das Thema Hyperkonvergenz interessierten als der Durchschnitt der Unternehmen. Deshalb läge die Vermutung nahe, dass die Zahlen höher lägen und für das Gesamtbild nicht repräsentativ seien.

2015 State of Hyperconverged Infrastructure Market.
2015 State of Hyperconverged Infrastructure Market.
Foto: ActualTech Media, Simplivity Corporation

Dennoch gibt die Studie einige interessante Aufschlüsse: So wollen danach mehr als ein Drittel der Unternehmen zukünftig Hyperkonvergente Systeme einsetzen. Dabei zeigt sich, dass das Interesse mit der Unternehmensgröße ansteigt. So wollen 41 Prozent der Firmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern zukünftig hyperkonvergente Systeme einsetzen. In der Größenordnung 500 bis 5000 sind es 36 Prozent und bei kleineren Unternehmen unter 500 Mitarbeitern 23 Prozent. Als wichtigste Gründe für die Einführung nennen die Unternehmen die Hochverfügbarkeit der Systeme, betriebswirtschaftliche Erwägungen (Kosten/RoI), bessere Skalierbarkeit und Kapazitätsauslastung sowie integrierte Back-up-Funktionen und das zentrale Management der Systeme.

Top Kriterien für den Kauf hyperkonvergenter Systeme.
Top Kriterien für den Kauf hyperkonvergenter Systeme.
Foto: ActualTech Media, Simplivity Corporation

Auch die Marktforscher von Gartner gehen von nachhaltigem Wachstum aus: Nach ihrer Einschätzung wird der weltweite Markt für hyperkonvergente integrierte Systeme (HCIS) von 371 Millionen Dollar im Jahr 2014 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 68 Prozent bis auf knapp fünf Milliarden Dollar 2019 zulegen. Die Prognose basiert auf dem Gartner-Forecast-Modell, das Anwender-Befragungen und -Roundtables, Anbieterinformationen, Live-Chats mit Fokus-Gruppen sowie weitere eigene Untersuchungsergebnisse einbezieht.

Inwieweit Hyperkonvergente Infrastrukturen für den deutschen Mittelstand eine Antwort auf die Frage nach skalierbaren, flexiblen und leistungsfähigen Systemen sein können, hat Crisp-Research anhand der Studie "Hyperkonvergente Systeme - Flexibler Standard in den Rechenzentren von morgen" untersucht. Sie basiert auf einer (nicht-repräsentativen) Befragung des Systemhauses CEMA von etwa 100 IT-Entscheidern mittelständischer Unternehmen.

Kommt der Einsatz einer hyperkonvergenten Lösung fir Ihr Unternehmen in Frage?
Kommt der Einsatz einer hyperkonvergenten Lösung fir Ihr Unternehmen in Frage?
Foto: CEMA, Crisp Research

Danach zeichnet sich zwar auch im deutschen Mittelstand ein zunehmendes Interesse an hyperkonvergenten Systeme ab, der Verbreitungsgrad ist bisher aber äußerst gering: Lediglich knapp zwei Prozent (1,9 Prozent) der Unternehmen setzen sie bisher ein. Immerhin fast jeder fünfte Befragte (19,4 Prozent) hat aber konkrete Pläne für die Einführung. Jeder zehnte Befragte lehnte das Thema grundsätzlich für jetzt und die Zukunft ab. Die große Mehrheit der Teilnehmer (69,9 Prozent) wollte sich nicht festlegen. Das Thema sei grundsätzlich interessant, eine Nutzung aber derzeit nicht geplant.

Druck der Digitalisierung

Dass die Unternehmen unter dem Druck der Digitalisierung in den Aus- und Umbau ihrer IT-Architekturen investieren müssen, steht für Analysten Hille außer Zweifel: "Die derzeitigen IT-Landschaften der Unternehmen werden beim Betrieb neuer dynamischer Workloads schnell in die Knie gezwungen." Ein ständiger Ausbau der Architektur-Landschaft um neue "alte" Komponenten erscheine nicht sinnvoll, weil damit lediglich neue Insellösungen und Silos geschaffen würden. Vor diesem Hintergrund könnten Hyperkonvergente Systeme gerade für KMU zum Schlüssel für dynamischere und agilere IT-Landschaften werden. "Seitdem einige Anbieter auf Basis der einst umfangreichen, kostspieligen Architekturen erste Standard-Produkte und Lösungen entwickelt haben, sind Hyperkonvergente Infrastrukturen auch für den Mittelstand eine interessante Alternative", sagt Analyst Hille.

Dass die Unternehmen diesen Bedarf erkannt haben, zeigt unter anderem Hewlett Packard Enterprise mit seinem neuen hyperkonvergenten System, das speziell auf die Bedürfnisse des Mittelstandes ausgerichtet ist. Auf der diesjährigen CeBIT hat der Hardware-Anbieter mit dem Hyper Converged 380 (HC 380) eine All-in-One Virtualisierungs-Appliance vorgestellt, die Server und Software-definierten Speicher umfasst. Mittelständische Firmen oder Außenstellen können damit virtuelle Maschinen innerhalb von Minuten aufsetzen. Das System basiert auf dem weltweit am häufigsten eingesetzten Server, dem HPE ProLiant DL380. Es soll Mittelständlern den Einstieg in eine hybride IT-Infrastruktur erleichtern, den IT-Betrieb vereinfachen und die Gesamtkosten senken.

"Gerade mittelständische Unternehmen oder Außenstellen müssen sich dem Wettbewerb in derselben Größenordnung wie Großunternehmen stellen, haben jedoch oft deutlich weniger Ressourcen zur Verfügung", sagt Ric Lewis, Senior Vice President and General Manager für Converged Datacenter Infrastructure bei HPE. "Mit dem HC 380 können diese Unternehmen in nur wenigen Klicks VMs bereitstellen und so ihre Ziele mit Cloud-Geschwindigkeiten erreichen".

Die Autoren der Studie "State of Hyperconverged Infrastructure Market" jedenfalls sind davon überzeugt, dass sich das Konzept der Hyperkonvergenz bei den Unternehmen durchsetzen wird. "Aus den Reaktionen der Unternehmen lässt sich ablesen, dass hyperkonvergente Infrastrukturen - anders als viele andere Technologien - die hochgesteckten Erwartungen in den meisten Fällen erfüllt." Oder pointierter formuliert: "Hyperkonvergente Strukturen ähneln in gewisser Weise einem Schweizer Taschenmesser: Sie sind geeignet, mit einem einzigen Ansatz unterschiedliche Anforderungen und eine Vielzahl von Problemen zu lösen."