COMPUTERWOCHE-Kommentar

Bring your own Generator

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Alle reden über Enduser-Devices. Doch bei aller Sympathie für den Technik-affinen Anwender - es gibt eine IT jenseits von iPads und Android-Smartphones.
Karin Quack, Redakteurin COMPUTERWOCHE
Karin Quack, Redakteurin COMPUTERWOCHE
Foto: Joachim Wendler

Die jüngste Sau, die durchs Dorf getrieben wird, heißt "Bring your own IT." Eigentlich ist es ja erst ein zartes Ferkel. Denn noch hat sich seine Mutter "Bring your own Device" gar nicht richtig ausgetobt. Aber wenn mittlerweile alle von "Byod" reden, ist ein Trendsetter wie Gartner es sich schuldig, bereits das nächste Thema in die Diskussion zu werfen.

Worum geht es? Mittelfristig werden die Mitarbeiter, so Gartner, nicht nur ihre eigenen Smartphones, Tablets und Notebooks, sondern auch Anwendungen, Collaboration-Tools und Sozialen Netzwerke mit ins Unternehmen bringen. So what? Viele tun das schon heute; das Phänomen heißt Schatten-IT, und viele CIOs sehen sich bereits als "Chief Integration Officer."

Richtig, die Innovation findet meist im Consumer-Markt statt. Ja, vor allem die von den Unternehmen hofierten "Digital Natives" wollen sich nicht mehr mit vorsintflutlichen Firmen-Handies und "Schlepp-Tops" abgeben. Sicher, es ist lästig, Business-Kommunikation und private Messages trennen zu müssen. Das alles wissen auch die CIOs (teilweise aus eigener leidvoller Erfahrung). Und viele von ihnen machen sich Gedanken, wie sie die Ansprüche der User mit den Erfordernissen des Unternehmens in Einklang bringen. Sogar die Kommunikations- und Security-Anbieter lassen sich mittlerweile etwas einfallen.

Aber hier geht es um "die IT". Und da gibt es auch noch eine jenseits von iPads und Apps. Eigentlich sogar mindestens zwei: Zum einen die Infrastrukturen und Anwendungslandschaften, die nach dem Willen der Marktauguren "IT wie Strom aus der Steckdose" liefern sollen - zu ständig sinkenden Kosten. Die kann und will der User sicher nicht von zu Hause mitbringen. Zum anderen die komplexen Strukturen und Applikationen, die der von Gartner geforderte "Money-making CIO" in Zusammenarbeit mit den Fachbereichen kreiert, um dem Unternehmen zu mehr Umsatz zu verhelfen. Da werden die Mitarbeiter auch nicht auf eigene Faust drin herumpfuschen wollen.

Bring your own IT? Nicht wirklich! Wer mag denn schon ein Notstromaggregat in die Firma schleppen?