Intelligente Netze

Braucht Deutschland ein Super-Breitband-Netz?

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Der IT-Lobbyverband Bitkom fordert eine nationale Initiative für Intelligente Netz für Energie, Verkehr, Gesundheitssystem, Bildungswesen und Behörden. Ein nationaler Infrastrukturrat soll den Aufbau koordinieren.

Mit „intelligenten Netzen“, einem Super-Breitbandnetz für den Weg in die Gigabit-Gesellschaft, könnte Deutschland jedes Jahr 50 Milliarden Euro sparen. Das behauptet der Hightech-Verband Bitkom. Deshalb fordert der Verband von der Politik eine „Nationale Initiative“.

Ziel soll es sein, in den Bereichen Verkehr, Energie, Behörden, Gesundheitssystem und Bildungswesen intelligente Netze aufzubauen. „Der Aufbau wird das vielleicht größte und komplexeste Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Bundesrepublik sein. Und gleichzeitig das wichtigste. Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte können nur mit intelligenten Netzen gemeistert werden“, schreibt der Verband. Die Anfangsinvestitionen beliefen sich dabei auf 130 Milliarden Euro.

Die Einsparungen der neuen Netze seien größer als die Ausgaben, sagen die Verbandsvertreter.
Die Einsparungen der neuen Netze seien größer als die Ausgaben, sagen die Verbandsvertreter.
Foto: Telekom AG

Aber auch die Einsparungen seien den eigenen Berechnungen zufolge sehr groß: Mit dem Ausbau der Verkehrstelematik könnte beispielsweise die Zahl der Unfälle auf deutschen Straßen um etwa eine Million pro Jahr senken. Finanziell würde die Einführung von intelligenten Verkehrsnetzen Wirtschaft und Verbraucher jährlich um etwa elf Milliarden Euro entlasten.

Intelligente Netze seien laut Bitkom zudem unverzichtbar, um die angekündigte Energiewende zu meistern. Smart Grids seien die Basis für den flächendeckenden Einsatz erneuerbarer Energiequellen. Damit könne Deutschland auf Atom- und langfristig auch auf Kohlekraftwerke verzichten. Die digitale Vernetzung im Gesundheitswesen könne die Krankenkassen um jährlich fast eine Milliarde Euro entlasten. Insgesamt würden sich die Investitionen in diesem Bereich nach etwa sechs Jahren amortisieren. E-Mobility und Smart Grids ließen sich nur gemeinsam denken und brauchten Schnittstellen zu intelligenten Verwaltungs-, Gesundheits- und Bildungsnetzen.

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