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Brainshare: Novell macht's moderner, kleiner und kooperativer

22.03.2007
Suse Linux erhält ein großes Update und eine Thin-Client-Ausführung. Ein neues Workgroup-Produkt bringt Web-Conferencing.

Die Betaversion ist ab sofort im Umlauf, im Mai kommt die offizielle Ausgabe: Zur Version 10 von Suse Linux Enterprise Server (SLES) und seiner Desktop-Ausgabe SLED erscheint ein "Service Pack 1" (SP1). Dies wird anders als bei Microsoft keine Versammlung von Patches, sondern eine wesentliche Verbesserung der Linux-Betriebssysteme. So wird es die neueste Variante 3.0.4 des Xen-Hypervisors enthalten, mit dem Windows Server 2000, 2003 und XP unmodifiziert als virtuelle Xen-Maschinen laufen können. Dazu bringt Xen neue paravirtualisierte Netzwerk- und Block-Device-Treiber.

Das SP1 verbessert die meisten Kernkomponenten des Betriebssystems, so das Cluster-Dateisystem, den Volume- und den Cluster-Ressource-Manager. Es nutzt dabei die Prozessor-Virtualisierungstechniken "VT" von Intel und "Pacifica" von AMD. Außerdem kann es Quad-Core-CPUs ausnutzen. Integriert ist das Sicherheits-Framework AppArmor 2.0, das nun auch Apache Tomcat unterstützt. Erweiterungen erlauben Zertifizierungen bis zur Sicherheitsklasse EAL4+.

Sicherheitsverbesserungen bringt das SP1 auch für Suse Linux Enterprise Desktop in Form von Zugriffsblockierungen, gesicherten Festplattenpartitionen und verschlüsselten Home Directories. SLED-Rechner lassen sich ohne Erweiterungen in Microsofts Active-Directory-Umgebungen integrieren. Durch das Service Pack kommen die Anwender auch zu neueren Versionen von OpenOffice (2.1) und Firefox (2.0) sowie in den Besitz des Open-XML/ODF-Übersetzers, der Word-2007-Dokumente kompatible zu OpenOffice macht.

Noch in diesem Jahr will Novell einen "Suse Linux Enterprise Thin Client" freigeben. Es handelt sich dabei um eine reduzierte Variante des SLED für die beschränkten Möglichkeiten der Thin-Client-Hardware. Die Rede ist von Betriebssystemgrößen wie 128 und 256 MB. Genau genommen wird es aber nicht bei zwei Minisystemen bleiben. Vielmehr will Novell neben einem eigenen Angebot ein Toolkit für das Erstellen von Images herausgeben. Mit diesem sollen Partnerunternehmen spezielle Thin-Client-Linuxe nach den Anforderungen ihrer Kunden zusammenstellen. "Das wird eine Channel-Aktion", erklärte Novell-CTO Jeff Jaffe. Viele SLED-Anwender hätten sich nach einem Thin-Client-Linux erkundigt. Genauere Details zu dem modularen Suse Linux für Thin-Clients sind noch nicht bekannt.

Für das dritte Quartal dieses Jahres hat Novell ein neues Workgroup-Produkt angekündigt: "Teaming + Collaboration". Zu ihm hat der Anbieter bisher nur ausgeführt, dass es als Open Source auf den Markt kommen soll. Es werden Teile von "Groupwise" kombinieren mit Code von Sitescape. Mit diesem Spezialisten für Web-basierenden Workflow und Collaboration hat Novell vor kurzem ein Lizenzabkommen abgeschlossen. Sitescape soll bereit sein, ebenfalls Techniken offenzulegen. Teaming + Collaboration soll die Grundlage für das neue Open-Source-Projekt "ICEcorps" bilden. Es geht dabei um den Aufbau einer Echtzeit-Konferenzlösung. Novell-CTO Jaffe ist zuversichtlich: "Die Beteiligung der Community wird Conferencing und Collaboration auf ein neues Niveau heben." (ls)