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Brain-Aktie nach Neunmonatsbericht im freien Fall

02.11.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell angeschlagene Softwarehersteller Brain International musste nach dem deutlich erhöhten Verlust in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen drastischen Kursverlust hinnehmen. Die Aktie des Breisacher Unternehmens stürzte am gestrigen Mittwoch zunächst um 60 Prozent ab, konnte sich später wieder etwas fangen und notierte zum Börsenschluss mit fünf Euro "nur" noch um 40 Prozent unter dem vorherigen Tagesschlusskurs.

Der auf betriebliche Standardsoftware (Enterprise-Resource-Planning, Supply-Chain-Management) spezialisierte Anbieter erwirtschaftete im ersten Dreivierteljahr Einnahmen von 166,5 Millionen Mark und lag nur um 1,4 Millionen über dem Umsatz des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) hingegen stieg um über 300 Prozent von minus 11,7 auf minus 49,7 Millionen Mark. Der Nettoverlust vergrößerte sich von 6,6 auf 31,4 Millionen Mark.

Der Vorstand des Unternehmens machte für die schlechten Zahlen "erhebliche außerplanmäßige Aufwendungen im Zusammenhang mit tiefgreifenden Unstrukturierungsmaßnahmen" verantwortlich. Die Neuausrichtung werde teilweise schon im zweiten Halbjahr 2000 greifen, jedoch erst Anfang des Geschäftsjahres 2001 durchschlagen, hieß es. Im vierten Quartal rechnet Brain mit einem ausgeglichenen Ergebnis, für das gesamte Fiskaljahr mit einem EBIT von minus 49,7 Millionen Mark bei einem Umsatz von 240 Millionen Mark.