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BPO: Der strategische Nutzen ist entscheidend

17.08.2006
Die Konzentration aufs Kerngeschäft ist für Banken das Hauptargument.

Aus Sicht der Banken ist der Nutzen des Business Process Outsourcing (BPO) deutlich größer als die damit verbunden Risiken. Einer Umfrage im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts "E-Finance Lab" zufolge spielt dabei vor allem der strategische Nutzen eine zentrale Rolle. So erhoffen sich 70 Prozent der befragten Bank-Manager in erster Linie eine verstärkte Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen: Durch das Auslagern von Geschäftsabläufen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, lassen sich diese vereinfachen und stärker auf die Kernprozesse ausrichten. Außerdem können "freiwerdende" Mitarbeiter eingesetzt werden, um die Kernprozesse zu unterstützen, so das Argument.

Einen fast ebenso großen Stellenwert bei der BPO-Nutzung (69,7 Prozent) hat für Banken das Kriterium Kostentransparenz: Für die ausgelagerten Geschäftsprozesse benötigt der Anwender keine Infrastruktur mehr. Er kann also seine Fixkosten in variable Kosten umwandeln und sie dadurch besser kontrollieren sowie erfolgsabhängig abstimmen. Eine Senkung der Kosten erwartet lediglich etwas mehr als der Hälfte der Befragten. Damit landete das klassische Outsourcing-Argument in der Umfrage auf dem dritten Platz.

Für die Studie wurden die 200 größten Banken in Deutschland befragt. Die Rücklaufquote lag bei 36,8 Prozent. E-Finance-Lab ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Universität Frankfurt/Main und der TU Darmstadt, das sich mit Fragen zur Verbesserung der Geschäftsabläufe von Banken sowie von Finanzprozesse branchenübergreifend beschäftigt. (sp)