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BPO-Anbieter tragen zu dick auf

05.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Markt für Geschäftsprozess-Outsourcing wird kräftig übertrieben. Die Analysten von Forrester Research gehen in der kürzlich veröffentlichten Studie "BPO's Fragmented Future" mit verschiedenen Business-Process-Outsourcing- (BPO-)Anbieter hart ins Gericht. Vor allem die großen Dienstleister wie IBM Global Services , EDS und Accenture bauschten ihr Leistungsvermögen auf, scheiterten aber daran, alle BPO-Facetten abzudecken. Zudem machen die Marktforscher den Dienstleister wenig Hoffnung auf sehr große und breit angelegte Aufträge. Im BPO-Markt wird es ihrer Einschätzung nach kaum Aufträge geben, die mehr als einen Geschäftsprozess gleichzeitig betreffen. Gute Chancen räumt Forrester daher

kleinen BPO-Spezialisten ein, die tiefe Kenntnisse in einzelnen Geschäftsprozessen aufgebaut haben.

Die Befragung von 82 US-amerikanischen Geschäftsleuten und IT-Verantwortlichen hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer Auslagerungspläne hegt. Ihr vornehmliches Interesse gilt Personalabteilung, Beschaffung, Kundenbetreuung und Buchhaltung. Die ersten Anwender mit BPO-Erfahrungen berichten allerdings von enormen Schwierigkeiten, etwa weil der Vertrag zu starr formuliert, das Verhältnis zum Dienstleister schwierig oder die Leistung unbefriedigend sei. Dennoch räumt Forrester dem US-amerikanischen Markt gute Wachstumchancen ein. Er soll sich von aktuell 8,8 Milliarden auf 148 Milliarden Dollar im Jahr 2008 entwickeln. (jha)