Geschäftsprozesse

"BPMN 2.0 wird ausführbar"

Ab 1. Januar 2010 soll eine quelloffene BPMN 2.0 Engine zur Verfügung stehen, meldet Bernd Rücker im Corporate Blog "BPM Guide" der Camunda Services GmbH.

Für die noch in der Betaphase befindlichen Version 2.0 des OMG-Standards "Business Process Modeling Notation" (BPMN) wird es schon bald eine erste Process-Engine geben. Bernd Rücker von der Camunda Services GmbH hat den Prototyp der Engine im Rahmen des "Praxishandbuch BPMN" entwickelt, das am 14. Januar 2010 erscheinen soll. Die Ausführungsumgebung basiert auf JBoss jBPM und wird bereits mit dessen Version 4.3 ab 1. Januar 2010 veröffentlicht. Rücker weist darauf hin, dass im ersten Schritt noch nicht alle BPMN-2.0-Features unterstützt werden. Viel mehr habe man priorisiert und werde nach und nach weitere Elemente einbauen, so dass ab Mitte 2010 eine recht vollständige Engine zur Verfügung stehen soll. Dies sei deshalb möglich, weil "nur" die Sprachelemente neu entwickelt werden müssten, die eigentliche Engine mit Themen wie Persistenz, Skalierbarkeit, Cluster-Fähigkeit etc. laufe bereits stabil.

Camunda plädiert in diesem Zusammenhang auch für die Verwendung quelloffener Software, die gerade im Process-Execution-Bereich oft Sinn mache, weniger wegen der Kosten, sondern damit ein Unternehmen statt einer Black-Box die maximale Kontrolle erhalte.

BPMN ist eine grafische Spezifikationssprache in der Wirtschaftsinformatik. Sie stellt Symbole zur Verfügung, mit denen Fach- und Informatikspezialisten Geschäftsprozesse und Arbeitsabläufe (Workflows) modellieren können. Version 2.0 ändert an den bisherigen Modellierungskonstrukten nicht viel. Hinzu kommen lediglich einige Erweiterungen in den Bereichen Choreographien und Konversationen. Ein endlich standardisiertes Austauschformat berechtigt zur Hoffnung, dass sich künftig Modelle zwischen den Tools austauschen lassen.