Platform as a Service

BPM-Umgebung von Agito für die HANA-Cloud zertifiziert

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Das ursprünglich für Tomcat und JBoss entwickelte Framework steht jetzt auch für die PaaS-Umgebung der SAP zur Verfügung
Hana ist für SAP ein Sammelname für neue Technologien.
Hana ist für SAP ein Sammelname für neue Technologien.
Foto: Wolfram Scheible, SAP AG

Wer Geschäftsprozesse in Software abbilden will, braucht nicht nur eine BPM-Engine für die Steuerung und eine Umgebung, in der sie ablaufen kann, sondern auch eine Verbindung zwischen beiden. Diese Lücke hat das Berliner Unternehmen Agito für sich entdeckt. Unter der Bezeichnung „Business Process Managed Objects“ bietet es seit einigen Monaten ein am Geschäftsobjekt orientiertes BPM-Framework an.

Eigentlich ist die BPMO Foundation 5.0 – so der korrekte Produktname – „neutral“ gegenüber der eingesetzten BPM-Engine, beteuert Agito-Geschäftsführer Jörg Burmeister. Aber „damit unsere Kunden besser verstehen, was wir da eigentlich anbieten“, hat Agito sein Framework rund um die Open-Source-Engine „Activiti“ aufgebaut.

Als Runtime-Umgebung waren bislang die Java-Application-Server „Tomcat“ und „JBoss AS“ vorgesehen. Neuerdings adressiert Agito jedoch auch die Anwender der „HANA Cloud“, die von der SAP AG, Walldorf, zur Verfügung gestellt wird. Ab sofort darf sich die BPMO Foundation 5.0 „SAP HANA Cloud certified“ nennen.

Basis ist ein Open-Source-Projekt

Für ein Unternehmen, das bislang vor allem im Open-Source-Umfeld aktiv war, erscheint die SAP-Zertifizierung zunächst als ein Abweg. Aber wie Burmeister erläutert, basiert die PaaS-Umgebung (Platform as a Service) aus Walldorf ebenfalls auf einem Open-Source-Projekt, nämlich „Eclipse Virgo“.

Für die Anwender habe die Integration des BPM-Framework mit dem SAP-Stack den Vorteil, dass sie keine eigene Infrastruktur für das Geschäftsprozess-Management aufbauen müssten, ergänzt der Agito-Geschäftsführer. Hardware, Betriebssystem, ja sogar die Datenbank-Administration könnten von der SAP angemietet werden. Notwendig sei nur der Rückkanal zur eigenen Infrastruktur. Den stellt SAP unter der Bezeichnung „Connectivity Service“ bereit.

Wie die Walldorfer selbst bestätigen, kann die BPM-Lösung auf diese Weise auch von Unternehmen genutzt werden, die nicht zu den klassichen SAP-Anwendern zählen, also von Mittelständlern oder sogar Start-ups. Durch ein „elastisches Lizenzmodell“ werde die Einstiegshürde für die Anwender gesenkt.