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BPEL 2.0 verspätet sich

31.10.2005
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Wohl erst im kommenden Jahr wird die <a href="http://www.oasis-open.org/">OASIS</a> (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) die Mechanismen zur Orchestrierung von Geschäftsprozessen in Web-Services-Anwendungen ratifizieren. Und Zusätze, die im Rahmen dieser Technik menschliche Interaktion ermöglichen, werden noch länger auf sich warten lassen.

Die Version 2.0 der Business Process Execution Language (kurz BPEL) verschiebt sich auf das erste Halbjahr 2006, während die Experten bei der OASIS noch rund drei Dutzend Probleme auszubügeln versuchen (ursprünglich umfasste die Liste einmal deren 230). Die für Anwendungen wie transaktionale und B2B-Systeme als kritisch geltende Technik auf Basis der Extensible Markup Language (XML) hat breite Rückendeckung aus der Industrie. Microsoft, IBM und Bea hatten BPEL im Jahr 2002 vorgestellt. Sun Microsystems, das sich anfänglich dagegen ausgesprochen hatte, unterstützte es später wie viele andere Anbieter auch.

Vorläufige Techniken aus BPEL 1.1 und 2.0 stecken bereits in Produkten wie dem "BPEL Process Manager" von Oracle oder IBMs "WebSphere Process Server". BPEL selbst muss aber noch von der OASIS als offizielle Spezifikation angenommen werden, es würde damit zum De-facto-Industriestandard.

"Was hier passiert ist der normale Standardisierungsprozess", erklärte Diane Jordan, bei Big Blue Director for Emerging Software Standards und Mitvorsitzende des WSBPEL Technical Committee der OASIS. "Wir haben eine Menge Firmen im technischen Komitee sitzen."

Während IBM-Offizielle die BPEL-Ratifizierung im kommenden Jahr nicht als Verspätung bezeichnen wollen, tun dies Bea und Oracle durchaus. "Ich denke, es gab große Erwartungen, dass wir Ende des Jahres fertig würden", kommentierte Tony de la Lama, Vice President und Bereichsleiter für Integrationsprodukte bei Bea. "Aber beim gegenwärtigen Tempo sieht es danach aus, als ob die Final Spec im ersten oder zweiten Quartal nächsten Jahres vorliegt."

Zu den Knackpunkten von BPEL 2.0 gehören unter anderem Sprachkonstrukte für if-then-else-Statements, der dynamische, paralelle Aufruf von Services, das Erstellen und Zusammenführen von Dokumenten sowie Error-Handling. "Es gibt noch einige Probleme zu lösen, und die Leute wollen sich die Zeit nehmen, das vernünftig zu machen", sagte Edwin Khodabakchian, ein an der BPEL-2.0-Standardisierung beteiligter Vice President of Software Development bei Oracle. (tc)