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Borland führt Windows-Tools zusammen

11.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die schon seit längerer Zeit beobachtbare Konvergenz zwischen den Programmier-Tools von Borland mündet mit der Version 2006 in eine gemeinsame Entwicklungsumgebung (IDE). Sie hört auf den Namen "Borland Developer Studio" und unterstützt die Sprachen Delphi, C++ und C#.

Als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu Microsofts Visual Studio .NET nennt Borland die Fähigkeit, sowohl herkömmliche Win32-Programme als auch .NET-Code erzeugen zu können. Das Developer Studio soll in mehreren Ausstattungsvarianten auf den Markt kommen. Gleichzeitig sind die einzelnen Programmiersprachen weiterhin separat erhältlich, aber sie werden alle mit der gleichen IDE ausgeliefert.

Unter dem Schirm einer gemeinsamen Entwicklungsumgebung existieren einige sprachspezifische Eigenheiten weiter. So steht das Framework "Enterprise Core Objects" (ECO) in der Version III nur für Delphi und C# zur Verfügung. Es umfasst Funktionen für das objektrelationale Mapping und Objektpersistenz. Beide Features sind in der Java-Welt Teil der Plattform, .NET bringt sie zurzeit noch nicht mit. ECO enthält zudem einen Synchronisierungs-Server, der das simultane Caching von Daten an mehreren Orten erlaubt.

Die ursprünglich von Delphi stammende Visual Component Library (VCL) erhielt einige neue Bausteine, darunter zwei neue Layouts. Sie ist indes nur für das Pascal-Derivat und C++ verfügbar, aber nicht für C#. Alle drei Sprachen sind hingegen mit hauseigenen "CalibreRM" und dem Tool für Change Management "StarTeam" integriert. Lizenzen für diese Produkte müssen allerdings separat erworben werden.

Die Zusammenführung von mehreren Programmiersprachen unter einer Entwicklungsumgebung betrifft nur die Windows-Welt. Das Java-Werkzeug "Jbuilder" soll zukünftig auf dem freien "Eclipse"-Framework aufsetzen (siehe: "Jbuilder 2006: Letztes Upgrade ohne Eclipse") (ws)