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Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Telekom-Chef Sommer

12.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der in die Kritik geratene Telekom-Chef Ron Sommer kommt nicht zur Ruhe: Nun hat die Bonner Staatsanwaltschaft ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen den Top-Manager eingeleitet, in dem es um die Fehlbewertung der Immobilien des Carriers geht. Sommer steht unter Verdacht, seit Jahren davon gewusst und nicht reagiert zu haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Zunächst hatten die Staatsanwälte andere Telekom-Manager, allen voran Ex-Finanzvorstand Joachim Kröske, wegen des Verdachts auf Falschbilanzierung und Kapitalbetrug im Visier. Ein Jahr vor dem Börsengang des Bonner TK-Konzerns (1996) waren 35.000 Immobilien bewertet worden, um eine Eröffnungsbilanz zu erstellen. Die Bewertung lag offenbar jedoch deutlich zu hoch. Erst vor wenigen Wochen korrigierte der neue Finanzchef Gerhard Eick sie um 3,9 Milliarden Mark nach unten. Einem der Staatsanwaltschaft vorliegenden Schreiben zufolge soll Sommer von der Überbewertung gewusst haben. Die Telekom wies die Vorwürfe inzwischen als "unbegründet" zurück.

Die T-Aktie musste jedoch am heutigen Montagmorgen wieder Federn an der Börse lassen: Das Papier sank um 2,6 Prozent auf 26,10 Euro.