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Börse für gebrauchte Software ist gestartet

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Auf li-x.com können Unternehmen ihre nicht mehr benötigten Softwarelizenzen verkaufen sowie gebrauchte Software einkaufen. Das Prinzip der Börse folgt dabei dem Wertpapierhandel.

Die Preisbildung erfolgt dabei so ähnlich wie an einer Wertpapierbörse. Da der Zwischenhandel entfällt, verdienen Unternehmen nach Angaben des Anbieters beim Verkauf mehr und sparen beim Einkauf. Ein vorgeschalteter Clearing-Prozess und die Dokumentation der Rechtekette sorgen für rechtliche Sicherheit.

Auf li-x.com können Unternehmen ihre nicht mehr benötigten Softwarelizenzen verkaufen sowie gebrauchte Software einkaufen.
Auf li-x.com können Unternehmen ihre nicht mehr benötigten Softwarelizenzen verkaufen sowie gebrauchte Software einkaufen.
Foto: li-x.com

Nachdem der Handel mit gebrauchter Software europarechtlich geregelt ist, zieht die Nachfrage an. Um Unternehmen mit Kauf- und Verkaufswünschen schnell und unkompliziert zusammenzubringen, wurde li-x entwickelt. Betreiber ist die li-x GmbH, ein junges Startup Unternehmen aus Hamburg. Boris Vöge, Gründer und Geschäftsführer, spricht von der "ersten Onlinebörse, auf der gebrauchte Software gewinnbringend und rechtssicher gehandelt werden kann."

li-x legt Wert auf einfache Bedienbarkeit. Interessierte Unternehmen geben einen Maximalpreis und die benötigte Menge ein. Wer etwas verkaufen möchte, versieht sein Softwareangebot mit einem Minimalpreis und stellt die Lizenzen zum Verkauf ein. Bevor das Angebot sichtbar wird, überprüft das Clearing, ob die Voraussetzungen für einen rechtssicheren Handel erfüllt sind. Kommt ein Verkauf zustande, erhält der Käufer alle relevanten Daten und die Versicherung darüber, dass der Verkäufer die Lizenzen auch wirklich nicht weiter einsetzt. So wird den gängigen Compliance-Richtlinien Rechnung getragen und bei einer anstehenden Auditierung kann das Unternehmen die Rechtekette bis zum Erstbesitzer nachweisen.

Aktuell sind auf li-x.com vor allem Microsoft-Produkte zu finden: Von Windows Betriebssystemen über Office-, Project- und Visio-Anwendungsprogrammen bis hin zu den verschiedensten Servern. Die Versionen reichen von Windows XP über Office 2010 und 2013 bis zu aktuellen 2014 SQL Servern. Weitere Produkte von anderen Herstellern sollen folgen. In der Anfangsphase ist die Teilnahme kostenlos, verkaufende und kaufende Unternehmen erhalten jeweils zwölf Prozent auf die Transaktionssumme.

Wer über li-x Software handelt, erhält auf Tastendruck wichtige Informationen über seine Lizenzen: Was ist die eigene Software wert? Liegen Über- oder Unterlizenzierungen vor? Kann der Erwerb von gebrauchten Lizenzen durch den Verkauf nicht mehr benötigter Lizenzen refinanziert werden? Weitere Features sind in der Entwicklung. Zudem steht der Rollout in andere europäische Länder bevor: Gestartet wird li-x noch in diesem Jahr in England, Österreich, der Schweiz und Frankreich.

Das Hamburger Startup hat im April 2014 den Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand erhalten. Die Jury wählte die Betaversion der Softwarebörse auf Platz 3 in der Kategorie Internet Services. (hv)