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BNP Paribas übernimmt Mehrheit an Consors

30.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die monatelange Unsicherheit um den deutschen Online-Broker Consors hat nun zunächst eine Ende. Die französische Großbank BNP Paribas hat den Zuschlag für den 66,4-Prozent-Anteil der Schmidt-Bank an der Consors Discount-Broker AG erhalten. Schmidt-Bank-Geschäftsführer Paul Wieandt und BNP-Paribas-Vorstand Jean Clamon machten gestern mit ihren Unterschriften einen entsprechenden Deal perfekt. Der Börsenwert der Beteiligung liegt aktuell bei rund 300 Millionen Euro.

Spätestens seit November vergangenen Jahres, als der bisherige Consors-Hauptgesellschafter Schmidt-Bank am Rande der Insolvenz war und nur durch einen Bankenpool aufgefangen werden konnte, stand das in Nürnberg ansässige Unternehmen zum Verkauf. Schon vorher hatten der frühere Schmidt-Bank-Chef Karl Gerhard Schmidt und sein Sohn Karl Matthäus Schmidt, der zugleich Consors-Gründer und -Vorstandsvorsitzender ist, versucht, die Beteiligung an mehrere deutsche Großbanken zu veräußern. Der nach dem Fast-Zusammenbruch der Schmidt-Bank als Sanierer eingesetzte Paul Wieandt führte die Verkaufsgespräche weiter. Zuletzt liebäugelten Insidern zufolge die deutschen Geldhäuser Commerzbank und Hypo-Vereinsbank sowie die französische Bankengruppe Societe Generale mit einer Übernahme von Consors. Angesichts der extrem schwierigen Marktsituation im Online-Brokerage - neben Consors stecken auch die wichtigsten deutschen Wettbewerber DAB-Bank sowie

Comdirect tief in den roten Zahlen - winkten besagte Interessenten jedoch wieder ab. BNP Paribas mit Sitz in Paris schaffte nun jedenfalls den Einstieg in den deutschen Markt und will dem Vernehmen nach Consors mit seinen eigenen Internet-Ablegern Banque Directe und E-Cortal zu Europas größten Online-Broker verschmelzen. Nähere Details sollen noch heute im Rahmen einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. (gh)