In-Memory

BND könnte Internet mit SAP HANA überwachen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Der Bundesnachrichtendienst (BND) möchte das Internet auch gern so weitreichend überwachen können wie die NSA und ihre Five-Eyes-Verbündeten mit PRISM, XKeyScore und Co.

Dafür möchte der deutsche Dienst, der gerade seine riesige neue Zentrale in Berlin bezieht, technisch massiv aufrüsten. Laut "Süddeutscher Zeitung" könnte es dabei auch um die schnelle SAP-Datenbank HANA gehen, bei der Daten komplett im Arbeitsspeicher ("In-Memory") liegen und deswegen besonders schnell durchsucht werden können. Die Universität der Bundeswehr prüfe aktuell, ob der BND vermittels HANA das Internet systematisch und "nahe Echtzeit" auswerten könnte, schreibt das Blatt.

Horchposten von BND und NSA bei Bad Aibling in Bayern
Horchposten von BND und NSA bei Bad Aibling in Bayern
Foto: Dr. Johannes W. Dietrich

Der BND verfügt nach eigener Aussage aktuell noch nicht über die entsprechende Hardware, um die Leistungsfähigkeit der SAP-Software zu prüfen, heißt es weiter. Eine Investition in diesem Bereich sei notwendig. Andernfalls könne man mit den Partnern von der NSA nicht mithalten. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sieht allerdings keine rechtliche Grundlage dafür, dass der BND - im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags jüngst als "Wurmfortsatz der NSA" geschmäht - alle sozialen Netzwerke im Internet in Echtzeit totalüberwacht.