"ONE:ALL" - SAP bei Winkhaus

Bloß nicht diese anonymen Nummern

25.01.2010
Von Andreas  Schmitz
Anzeige  Einheitliche Bezeichnungen für Produktgruppen und Materialien, international einsehbare Lagerbestände, einheitliche Berichte und Analysen: Das ist seit Ende letzten Jahres beim Spezialisten für Fenster- und Türtechnik Aug. Winkhaus möglich. Und es war ein langer Weg: Sieben Millionen Euro hat CIO Josef Brösterhaus für das vier Jahre dauernde Projekt "One:ALL" in die Hand genommen. Und plötzlich "sprechen" die Materialnummern nicht mehr.
 "Wir wollen ein Team, ein System, ein Materialstamm, einheitliche Prozesse und eine Berichtsstruktur - einer für alle, ONE:ALL", so Josef Brösterhaus, CIO bei Winkhaus zur Intention des Projektes.
"Wir wollen ein Team, ein System, ein Materialstamm, einheitliche Prozesse und eine Berichtsstruktur - einer für alle, ONE:ALL", so Josef Brösterhaus, CIO bei Winkhaus zur Intention des Projektes.

Es ist eine riesige Palette an Modulen, die sich die IT-Tochter Winkhaus Data Anfang 2005 für das 2000 Mitarbeiter starke Familienunternehmen aus Telgte vorgenommen hat - für den Vertrieb, die Produktionsplanung und -steuerung, für die Beschaffung, die Finanzbuchhaltung und und und. Tausendmal sind diese SAP-Module in diversen Unternehmen eingeführt worden. Und doch gleicht kein Projekt dem anderen: CIO Josef Brösterhaus hatte bereits bei einem früheren Arbeitgeber SAP-Projekte betreut und reorganisiert. Mit dieser Erfahrung machte er bei seinem neuen Arbeitgeber einiges anders: Ein Jahr lang bauten seine Mitarbeiter gemeinsam mit Beratern und Kollegen aus den Fachabteilungen an einer Vorlage auf Basis des SAP-Standard. Schließlich ließen sich sämtliche Prozesse in diesem einen Template abbilden. Diese Vorlage wurde mit wenigen landesspezifischen Ergänzungen in allen internationalen Standorten ausgerollt.

Das Ziel: Ein Team, ein System, ein Materialstamm

Die Ausgangssituation vor dem Start des SAP-Projektes war klar: "Wir wollen ein Team, ein System, ein Materialstamm, einheitliche Prozesse und eine Berichtsstruktur - einer für alle, ONE:ALL", sagt der Ingenieur Brösterhaus. "Mit der damaligen Software von J. D. Edwards (jetzt Oracle) wurde in Deutschland bereits integriert gearbeitet, die ausländischen Landesgesellschaften waren jedoch Inseln mit eigener Software", so beschreibt der IT-Verantwortliche die Ausgangslage. Deshalb beherbergten die Landesgesellschaften ihre jeweils eigenen Stammdatenwelten. Die Bestände in den Lagern waren nicht übergreifend einsehbar. Materialien hießen in Polen anders als in England, in England anders als in Deutschland. Zudem wurden die Materialien nicht immer den gleichen Produktgruppen zugeordnet. "Ein und dasselbe Produkt wurde in einem Land unter Türverriegelung klassifiziert, im nächsten als Sicherheitsverriegelung". Jede Nation hatte nur lokale Transparenz - ein untragbarer Zustand.

ONE:ALL - die Fakten

Die Unternehmen: Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG

Hauptsitz: Telgte, Westfalen

Mitarbeiter: ca. 2000

IT-Mitarbeiter: 27

Umsatz: rd. 300 Mio. Euro

Projekt: ONE:ALL

Inhalt: SAP-ERP-Einführung in Deutschland, Österreich, England, Polen, Tschechien, Ukraine, Spanien

Module: FI, CO, MM, PP, WM, SD, HR, BI

Dauer: April 2005 bis Dezember 2009

Budget: 7 Millionen Euro

Zahl der Projektmitarbeiter: zwischen 5 und 80.

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