IDC

Blade-Systeme treiben den Server-Markt

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Im krisengeschüttelten Server-Markt ziehen die Umsätze mit Blade-Servern laut einer IDC-Studie wieder an.

Auch im dritten Quartal 2009 gingen die Herstellerumsätze im weltweiten Server-Markt gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück. Einzig die Kategorie der Blade-Server erreichte ein bescheidenes Wachstum von 1,2 Prozent, obwohl die Anbieter 14 Prozent weniger Systeme auslieferten.

Die Preise für Blade-Server sind in den vergangenen zwei Quartalen um zehn Prozent gestiegenen, erklärt IDC-Analyst Daniel Harrington die Entwicklung. Zurückzuführen sei dies auf neue Komponenten wie Intels Nehalem-Prozessoren (Xeon 5500) und die neuen Opteron-CPUs ("Istanbul") von AMD. Auch die wachsende Unterstützung von DDR3-Komponenten für Arbeitsspeicher habe dazu beigetragen. Diese Techniken verbessern unter anderem die Einsatzmöglichkeiten der Blade-Systeme in virtualisierten Umgebungen. "Die Umsatzzuwächse bei Blade-Servern zeigen, dass Unternehmen wieder anfangen, in Technik zu investieren", kommentiert Harrington. "Das ist ein gutes Zeichen für den Markt."

Mehr als ein Hoffnungsschimmer sind die jüngsten Zahlen allerdings nicht. Die gesamten Umsätze im weltweiten Server-Markt gingen gegenüber dem dritten Quartal 2008 um mehr als 17 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar zurück. Damit sanken die Einnahmen der Hersteller im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zum fünften Mal in Folge. Immerhin ergab sich gegenüber dem zweiten Quartal wieder ein Wachstum.

Die Marktforscher von Gartner kamen erst kürzlich zu einer ähnlichen Einschätzung. Demnach sanken die erzielten Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar um 15,5 Prozent. Gegenüber dem vorangegangenen zweiten Quartal ergibt sich aber eine Steigerung um gut zehn Prozent. "Man muss die jährlichen Rückgänge ins richtige Verhältnis setzen", sagte Gartner-Analyst Jeffrey Hewitt dazu. Zum Jahresende 2009 hin zeige der Markt erste Zeichen einer Stabilisierung.

Schwach entwickelte sich laut dem IDC-Bericht vor allem das Segment der Unix-Server. Hier gingen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als 23 Prozent zurück. Harrington erwartet indes, dass einige Unternehmen noch im laufenden vierten Quartal ihre Unix-Systeme ausbauen werden. (wh)