Beistand

Blackberry-Investor Fairfax stockt Anteile auf

10.01.2014
Blackberry kann Hilfe aller Art dringend gebrauchen. Nun erhält der Smartphone-Pionier aus Kanada Beistand aus den Reihen seiner Großinvestoren.

Der angeschlagene Smartphone-Hersteller Blackberry bekommt nach seinem Führungswechsel eine Finanzspritze. Als Vertrauensbeweis in die Marschrichtung, die der neue Chef John Chen eingeschlagen hat, kauft Großaktionär Fairfax Financial noch einmal Wandelanleihen im Wert von 250 Millionen Dollar hinzu. Die Transaktion könne bereits am 16. Januar abgeschlossen sein, teilte Blackberry am Donnerstag mit. Mit den neuen Anleihen stocke die kanadische Investmentfirma ihren Anteil von 9,9 auf maximal 17,6 Prozent auf.

Der frühere Sybase-Chef John Chen will Blackberry retten.
Der frühere Sybase-Chef John Chen will Blackberry retten.
Foto: Blackberry

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas hatte Chen noch für dieses Jahr ein neues Smartphone angekündigt, das unter 200 Dollar kosten soll und vor allem für Schwellenländer optimiert sein dürfte. Dort erwarten Branchenbeobachter in nächster Zeit das größte Wachstum - allerdings auch geringere Gerätepreise. Das Smartphone solle vom Auftragsfertiger Foxconn produziert werden, bei dem auch Apple Aufträge vergibt.

Mit der Auslagerung an den chinesischen Hersteller kann Blackberry Abschreibungen auf nicht verkaufte Geräte vermeiden, da die Smartphones kurzfristig der Marktnachfrage entsprechend produziert werden können. Ein zweites, höherwertiges Gerät soll ebenfalls in diesem Jahr mit traditioneller Tastatur herauskommen. Die Handys mit sicherem E-Mail-Verkehr und integrierter Hardware-Tastatur galten vor dem Auftauchen von Apples iPhone vielfach als Status-Symbole.

Die Tastaturen sieht Blackberry so sehr als eigenes Markenzeichen, dass das Unternehmen laut Medienberichten derzeit gegen ein Start-up aus Los Angeles gerichtlich vorgeht, das ein Cover mit integrierter Tastatur für das iPhone anbietet. Er wolle die Rechte von Blackberry verteidigen, sagte Chen in einem Interview mit dem Magazin "Forbes".

Im vergangenen Quartal war das Geschäft des kanadischen Herstellers um mehr als die Hälfte eingebrochen. Einst gehörte das damals unter Research in Motion firmierende Unternehmen zu den Pionieren des Smartphone-Marktes. Doch schon seit Jahren kommt Blackberry nicht mehr gegen die wachsende Konkurrenz durch Apples iPhones oder die zahlreichen Android-Geräte etwa von Samsung an.

John Chen hatte erst im November das Ruder von dem deutschen Manager Thorsten Heins übernommen und dem Unternehmen eine Schrumpfkur und fundamentale Neuausrichtung verordnet. Chen war zunächst als Interims-Chef angetreten. Das Unternehmen habe aber die Suche nach einem neuen Chef zunächst auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, sagte Chen gegenüber "Cnet". Er werde mindestens die kommenden 18 Monate an der Spitze des Unternehmens bleiben. (dpa/tc)