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Blackberry-Hersteller RIM hat ein Optionsproblem

05.03.2007
Co-Chairman Jim Balsillie gibt sein Amt auf, bleibt aber Co-CEO. Hintergrund sind falsch verbuchte Aktienoptionen.

Der Hersteller der populären "Blackberry-Geräte, die kanadische Firma Research in Motion (RIM), hat nun auch einen Optionsskandal. Ein freiwilliges Kontrollgremium des Unternehmens habe herausgefunden, dass ein Großteil aller Aktienoptionen zu einem falschen Zeitpunkt berechnet und inkorrekt bilanziert worden waren. Durch dieses Verhalten wurde der Gewinn pro Aktienoption gesteigert. Davon profitiert hätten einige leitende Manager, deren Namen und Position jedoch nicht genannt wurden. RIM kündigte an, die Ergebnisse der Bilanzen seit dem Jahr 2004 um etwa 250 Millionen Dollar zu bereinigen.

Mit-Vorstandschef Jim Balsillie hatte die Vergabe aller Optionen (außer für sich und seinen CEO-Kollegen Mike Lazaridis) seit dem Börsengang 1997 kontrolliert. Der Manager trat nun von seinem Amt als Co-Chairman des Verwaltungsrates zurück, bleibt aber dem Vorstand als Co-CEO sowie dem Board als einfacher Director erhalten. Der Kontrollbericht hatte ergeben, dass alle vor dem 27. Februar 2002 ausgegebenen Optionen falsch verbucht worden waren. Von den bis August 2006 folgenden Optionen wurden 63 Prozent nicht korrekt angegeben.

Die Vergabe der Optionen zu einem günstigeren Zeitpunkt ist in den USA nicht illegal. Die Börsenaufsicht SEC stößt sich aber daran, dass die Kosten hierfür in den Bilanzen in der Regel falsch berücksichtigt wurden. Neben RIM sind über 100 IT-Firmen vom Optionsskandal betroffen. Die begünstigten Top-Manager werden laut RIM den finanziellen Vorteil ausgleichen. Zudem zahlen die CEOs Balsillie und Lazaridis jeweils zehn Millionen kanadische Dollar, um die Kosten der Untersuchung einzudämmen. Finanzchef Dennis Kavelman, der ebenfalls die Optionsvergabe kontrolliert hatte, wurde zum Chief Operating Officer (COO) für Administration und Betrieb ernannt. RIMs Aktie gab am Montag im frühen Handel rund zwei Prozent ab. (ajf)