"Es wird nicht einfach"

Blackberry-Chef bittet um Geduld

10.07.2013
Der Smartphone-Pionier Blackberry kämpft verbissen gegen den Abstieg in die Bedeutungslosigkeit. An vorderster Front steht der deutsche Manager Thorsten Heins. Auf der Hauptversammlung deutet er weitere Einsparungen an.
"Wir sind hunderprozentig offen für Partnerschaften", sagt Blackberry-Chef Thorsten Heins.
"Wir sind hunderprozentig offen für Partnerschaften", sagt Blackberry-Chef Thorsten Heins.
Foto: Blackberry

Nach zuletzt enttäuschenden Geschäftszahlen und einem Kurseinbruch wirbt Blackberry-Chef Thorsten Heins um Vertrauen bei den Anteilseignern. "Es braucht mehr als ein paar Quartale, bis wir dorthin gelangen, wo wir hin wollen", sagte der aus Deutschland stammende Manager auf der Hauptversammlung im kanadischen Waterloo. Der Wettbewerb sei stark. "Es wird nicht einfach."

Heins hatte zu Jahresbeginn neue Smartphones mit dem hoffnungsvollen Betriebssystem Blackberry 10 (BB10) vorgestellt. Die Verkaufszahlen blieben aber hinter den Erwartungen zurück und es liefen neue Millionenverluste auf, woraufhin vor zwei Wochen die Aktie des Unternehmens massiv einbrach.

Von den anwesenden Aktionären bekam Heins nun lobende Worte und die Aktie stieg während der Versammlung um 3 Prozent. Der ehemalige Siemens-Manager war vor einem guten Jahr angetreten, um das kanadische Unternehmen fit zu machen gegen Branchenriesen wie Apple mit seinem iPhone oder Samsung mit seinen Galaxy-Handys.

Heins richtet Blackberry vor allem auf Geschäftskunden aus, die eine hohe Sicherheit benötigen. Dafür sind Blackberrys bekannt. "Wir alle verfolgen die Nachrichten", sagte der Firmenchef. Neben Handys kann er sich auch den Einsatz von Blackberry-Software in Autos oder Maschinen vorstellen. "Wir sind hundertprozentig offen für Partnerschaften."

Der Marktanteil von Blackberry bei Smartphones hat sich nach Angaben der Marktforschungsfirma IDC binnen eines Jahres auf drei Prozent halbiert. Besonders schlecht läuft es in den USA, dem Heimatmarkt von Apple - hier musste laut "Wall Street Journal" deswegen auch Vertriebschef Richard Piasentin gehen. Heins reagierte auf die Entwicklung mit einem Sparprogramm, dem Tausende Stellen und ganze Werke zum Opfer fielen. Er deutete nun weitere Einsparungen an, um Investitionen in neue Geräte und Software zu finanzieren.

"Es gibt nicht nur einen oder zwei Gewinner in diesem Markt", sprach Heins den Aktionären Mut zu, die teilweise viel Geld verloren haben. Gleichzeitig warnte er aber: "Es gibt keine Sicherheit, dass wir Erfolg haben werden, lassen Sie mich da klar sein." Die Verwaltungsratsvorsitzende Barbara Stymiest stärkte Heins den Rücken bei seinen Umbauplänen: "Wir stehen vollauf hinter dem Management." (dpa/tc)