Integration von WorkLife und Secusuite in Samsung KNOX

Blackberry baut Partnerschaft mit Samsung aus

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Im Zuge der voranschreitenden Partnerschaft mit Samsung werden künftig die Enterprise-Lösungen WorkLife by Blackberry und Secusuite in Samsung KNOX integriert und von den Koreanern vertrieben.
Blackberry CEO John Chen, Nachfolger von Thorsten Heins, führt den Smartphone-Pionier in die Zukunft. Kooperationen sind ein Mittel, um voran zu kommen.
Blackberry CEO John Chen, Nachfolger von Thorsten Heins, führt den Smartphone-Pionier in die Zukunft. Kooperationen sind ein Mittel, um voran zu kommen.
Foto: Blackberry

"If You can beat them join them": Obwohl Samsung mit der Dual-Persona-Lösung Samsung KNOX mit Blackberrys eigenen Produkten (Stichwort Blackberry Balance) konkurriert, haben die beiden Unternehmen im vergangenen Jahr eine Partnerschaft geschlossen. So kündigten die Kanadier unlängst an, mit der Verwaltungsplattform BES12 auch Samsung KNOX zu unterstützen. Wie Blackberry nun bekanntgab, wird das Unternehmen künftig KNOX mit den eigenen Lösungen WorkLife und SecuSuite erweitern.

Die mit dem Kauf von Movirtu zu Blackberry gelangte Virtual-SIM-Lösung WorkLife erlaubt "getrennte Rechnungen" für die private und berufliche Smartphone-Nutzung (Telefonie, SMS und Datennutzung), ein Feature, das rechtlichen Ärger in ByoD- und COPE-Szenarien zu verhindern hilft. WorkLife by Blackberry wird auf allen KNOX-Geräten bereitgestellt und wird dann über den Mobilfunkbetreiber aktiviert. Um diesen Service zu ermöglichen, so Blackberry und Samsung, arbeite man derzeit mit Carriern weltweit, der Launch soll "später im Jahr" erfolgen.

Kanzlerin Merkel mit dem Blackberry Z10.
Kanzlerin Merkel mit dem Blackberry Z10.
Foto: Deutsche Messe

Die auf Blackberry-Geräten basierende Hochsicherheitslösung SecuSuite von der Tochter Secusmart wiederum ist vom Merkel-Phone bekannt. Im Fokus steht dabei insbesondere die abhörsichere Kommunikation (Telefonie, SMS) und Abschottung der Daten im KNOX-Container. Wie Blackberry bekannt gab, werde gemeinsam mit Samsung daran gearbeitet, die für die Nutzung in Regierungskreisen zugelassene Secusuite-Lösung auch auf KNOX-fähige Geräte einschließlich des neu vorgestellten Samsung Galaxy S6 zu bringen.

SecuSuite for KNOX setzt dabei auf die Secusmart Security Card, die in Verbindung mit BES12 hardwarebasierende End-to-End-Verschlüsselung und kryptografisch gesicherte Benutzer-Authentifizierung ermöglicht. Wie die Kryptocard in das ohne MicroSD-Card-Slot ausgestattete Galaxy S6 kommen soll, oder welche Alternative zum Einsatz kommt, wird man spätestens nach Verfügbarkeit der Lösung im Herbst 2015 erfahren.

Win-Win-Situation zweier Verlierer

Im Gegenzug – soweit man bei dieser klaren Win-to-Win-Situation - davon reden kann, erklärt sich Samsung bereit, die wachsende Auswahl an Blackberry-Diensten und -Lösungen im Rahmen seiner neuen Samsung Business Services anzubieten. Ob die Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Aktuell stehen beide Anbieter unter Druck, ihre Position im Business-Bereich zu halten.

So spürt Blackberry zunehmend stärker die Konkurrenz durch andere EMM-Anbieter. Samsung wiederum ist aktuell dank seiner Enterprise-Programme SAFE und KNOX zwar noch der bevorzugte Lieferant für Unternehmen, die unbedingt Android-Geräte einsetzen wollen. Mit der kürzlich von Google vorgestellten Initiative "Android for Work" verlieren die Koreaner jedoch ihr Alleinstellungsmerkmal.