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Bittere Zeiten für Worldcom

26.04.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Obwohl Worldcom in der vergangenen Woche erneut seine Prognosen gesenkt hatte (Computerwoche online berichtete), waren einige Analysten dennoch überrascht, wie schlecht das jüngste Ergebnis des angeschlagenen US-Carriers ausgefallen ist. Worldcom meldete für sein erstes Geschäftsquartal 2002 einen Gewinnrückgang von 78 Prozent und einen Umsatzeinbruch von 7,9 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Nettoprofit sank von 594 auf 130 Millionen Dollar. Im jüngsten Ergebnis ist ein Investitionsverlust von 90 Millionen Dollar berücksichtigt. Die Einnahmen schrumpften von 8,82 auf 8,12 Milliarden Dollar.

Schuld an den schlechten Zahlen sind nach Unternehmensangaben die geringe Nachfrage im Telekommunikationssektor. Die Worldcom Group, die Unternehmens- und Internet-Dienstleistungen anbietet, musste einen Umsatzrückgang von 2,3 Prozent auf 5,08 Milliarden Dollar hinnehmen. Der Gewinn fiel von 532 auf 184 Millionen Dollar. Auch das Geschäft der auf Consumer und Fernverbindungen spezialisierten MCI Group musste Federn lassen: Der Umsatz nahm um 16 Prozent auf 3,04 Milliarden Dollar ab. Unter dem Strich stand ein Minus von 54 Millionen Dollar. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte die Gruppe noch einen Gewinn von 62 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Im abgelaufenen Berichtszeitraum senkte der Carrier, dessen Bücher derzeit von der US-Börsenaufsicht geprüft werden, seine Schulden um 903 Millionen Dollar auf 27,9 Milliarden Dollar. Anfang April hatte Worldcom die Entlassung von 3700 Stellen oder sechs Prozent seiner Belegschaft bekannt gegeben. (ka)