Optimierte Laufwerksverschlüsselung

BitLocker-Management bei Windows 8

Der Diplom-Physiker Oliver Schonschek ist freier IT-Fachjournalist und IT-Analyst in Bad Ems.
Mit Microsoft BitLocker Administration and Management (MBAM) 2.0 retten Windows-8-Nutzer verschlüsselte Daten selbst und entlasten den Support.
Microsoft BitLocker Administration and Management (MBAM) 2.0 bietet eine Reihe von hilfreichen Funktionen.
Microsoft BitLocker Administration and Management (MBAM) 2.0 bietet eine Reihe von hilfreichen Funktionen.
Foto: Microsoft

Bis zu 399 US-Dollar betragen die Gesamtbetriebskosten pro Nutzer einer Lösung zur Festplattenverschlüsselung, so die Ponemon-Studie "The Total Cost of Ownershipfor Full Disk Encryption". Den größten Kostenblock stellt dabei der Aufwand für Administration und Betrieb dar, nicht etwa Lizenz und Wartung.

Wer die Aufwände für Full Disk Encryption (FDE) verringern möchte, sollte also nach einer passenden Administrationslösung Ausschau halten. Nutzer von Windows 8 werden bei der neuen Version 2.0 von MBAM (Microsoft BitLocker Administration and Management) fündig, die Teil des Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP) ist.

Weniger Supportfälle durch vergessene PIN

Mit dem neuen Self-Service-Portal bei MBAM 2.0 können Nutzer einen Ersatzschlüssel (Recovery Key) selbst generieren lassen.
Mit dem neuen Self-Service-Portal bei MBAM 2.0 können Nutzer einen Ersatzschlüssel (Recovery Key) selbst generieren lassen.
Foto: Microsoft

Zu den häufigsten Supportfällen bei Festplattenverschlüsselung gehört der Verlust des Schlüssels. Die zuvor erwähnte Ponemon-Studie hat für den deutschen Markt Gesamtkosten von mehr als 14 US-Dollar pro Nutzer und Jahr für das Zurücksetzen des Passwortes ermittelt, die durch den entsprechenden Aufwand auf Seiten der Administratoren und durch die Wartezeit der Nutzer entstehen.

Anders sieht es aus, wenn den Nutzern wie beim Einsatz von MBAM 2.0 und Windows 8 ein Self-Service-Portal zur Verfügung steht, mit dem sie selbst den Schlüssel für die verschlüsselte Festplatte zurücksetzen und einen neuen beantragen können.

Einfachere Durchsetzung der Verschlüsselung

Die Laufwerksverschlüsselung kann zentral vorgeschrieben werden.
Die Laufwerksverschlüsselung kann zentral vorgeschrieben werden.
Foto: Microsoft

Der Aufwand bei der Verschlüsselung von Festplatten und mobilen Speichermedien lässt sich durch MBAM 2.0 weiter reduzieren, indem spezielle Gruppenrichtlinien zur Verschlüsselung definiert und bei den Geräten mit BitLocker-Unterstützung zentral und automatisiert umgesetzt werden. In Verbindung mit Windows 8 ist das Trusted Platform Module (TPM) eines Endgerätes automatisch in die Verschlüsselung einbeziehbar. Besondere Einstellungen durch den Nutzer sind nicht erforderlich.

MBAM 2.0 unterstützt die Definition von speziellen Gruppenrichtlinien für Endgeräte, die eine BitLocker-Laufwerksverschlüsselung anbieten.
MBAM 2.0 unterstützt die Definition von speziellen Gruppenrichtlinien für Endgeräte, die eine BitLocker-Laufwerksverschlüsselung anbieten.
Foto: Microsoft

Mit MBAM 2.0 lassen sich beispielsweise Richtlinien zur Länge des Schlüssels einheitlich vorgeben - dadurch ist die Laufwerksverschlüsselung per se zu erzwingen. Die Richtlinien lassen sich bei Bedarf auf bestimmte Endgeräte beschränken. Je nach Schutzbedarf können bei definierten Endgeräten die Vorgaben zum Beispiel zur Schlüssellänge verschärft werden. Gerade bei mobilen Endgeräten und Speichermedien kann dies sinnvoll sein, um die darauf befindlichen Daten bei einem möglichen Geräteverlust durch eine starke Verschlüsselung zu schützen.

Schneller zur Verschlüsselung

Über 22 US-Dollar pro Jahr und Nutzer kostet die Wartezeit, bis ein Laufwerk erstmals mit einer Lösung im Bereich Full Disk Encryption verschlüsselt ist, so die eingangs erwähnte Studie des Ponemon-Instituts. Auch dieser Aufwand kann mit MBAM 2.0 und Windows 8 verringert werden.

MBAM 2.0 unterstützt nicht nur Used Disk Space Only Encryption - ein Verschlüsselungsverfahren, bei dem nicht die ganze Festplatte, sondern nur die genutzten Bereiche verschlüsselt werden. Zusätzlich können auch die Vorteile der Encrypted Hard Drives von Windows 8-Geräten genutzt werden. Diese spezialisierten Laufwerke übernehmen die eigentliche Verschlüsselungsarbeit und reduzieren so den Zeitaufwand. MBAM 2.0 und BitLocker kümmern sich in diesem Fall nur noch um das Schlüsselmanagement.

Schlüssel sicher aufbewahren

Die sichere Aufbewahrung der Schlüssel stellt eine weitere Herausforderung dar, die mit MBAM 2.0 angegangen werden kann. Recovery Keys werden in einer zentralen, verschlüsselten Datenbank vorgehalten. Zugriffe auf diese Datenbank lassen sich über Berechtigungen steuern und innerhalb von Zugriffsprotokollen nachvollziehen. Ein separater Schlüssel-Manager ist nicht erforderlich.

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