BITKOM: Mobiles Internet im Ausland wird günstiger

11.06.2008
Der Branchenverband BITKOM sieht keinen Handlungsbedarf für die EU-Kommission, die Preise für mobilen Datentransfer im Ausland zu regulieren. Demnach wirkt sich bereits der starke Wettbewerb unter den Anbietern positiv auf den Preisrückgang aus, ein Eingriff der Kommission sei nicht notwendig. Durchschnittlich kostet ein Megabyte im Ausland 5,24 Euro.

Viele aktuelle Mobiltelefone unterstützen mittlerweile den Datenstandard UMTS. Damit können Informationen wie E-Mails, Wettervorhersagen oder Stadtkarten schnell aus dem Internet herunter geladen werden. Doch während hierzulande die Preise für mobile Datenübertragung inzwischen deutlich unter 1 Euro je Megabyte gefallen sind, surft man mit dem Handy im Ausland häufig mit einem unguten Gefühl: Die Freude am mobilen Internet wird durch die Angst vor einer hohen Handyrechnung getrübt.

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) möchte die Befürchtungen der Kunden zerschlagen. Demnach seien die Preise in der Urlaubssaison 2007 durchschnittlich um 10 Prozent gesunken, so kostete das Daten-Roaming im dritten Quartal des Vorjahres 5,24 Euro je Megabyte. Mit knapp 3,50 Euro war der Datentransfer in Norwegen am günstigsten. In Deutschland zahlten die ausländischen Internetnutzer rund 4 Euro und mit 11 Euro war Polen das Schlusslicht. Grundlage für die Angaben ist eine Studie des europäischen Regulierungsgremiums ERG.

"Die Preise befinden sich im freien Fall", sagte der BITKOM-Präsident Dr. August-Wilhelm Scheer. Mehrere deutsche Anbieter hätten ihre Preise zur Ferienzeit auf 0,50 bis 2 Euro je Megabyte gesenkt. "Das zeigt, dass der zunehmende Wettbewerb auch hier Früchte trägt", so Scheer. Für die EU-Kommission, die eine Preisfestsetzung fordert, findet er klare Worte: "Man muss den Netzbetreibern und Providern die Freiheit lassen, ihren Kunden unterschiedliche maßgeschneiderte Tarifmodelle anzubieten".

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