CeBIT - ITK-Markt wächst schneller

Bitkom korrigiert ITK-Marktprognose nach oben

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Der ITK-Branchenverband Bitkom rechnet für 2015 mit einem Marktwachstum von 1,5 Prozent. Ursprünglich hatte die Branchenvertretung nur ein Plus von 0,6 Prozent erwartet.

"Die Anhebung der Prognose stützt sich auf günstigere Erwartungen in den großen Segmenten unserer Branche", freute sich Dieter Kempf, Präsident des ITK-Branchenverbands Bitkom, auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der CeBIT-Eröffnung. Nur im Bereich der Unterhaltungselektronik (- 3 Prozent) und den TK-Diensten (- 0,5 Prozent) gebe es eine rückläufige Entwicklung. Ansonsten stünden die Zeichen überall auf Wachstum, insbesondere in den großen Marktsegmenten Software (+5,7 Prozent) und IT-Services (+ 3,0 Prozent).

Bitkom erhöhte Wachstumsprognose für deutschen ITK-Markt um 1,5 Prozent.
Bitkom erhöhte Wachstumsprognose für deutschen ITK-Markt um 1,5 Prozent.
Foto: Bitkom

Die Bitkom-Prognose stützt sich auf eine regelmäßige Umfrage unter den Mitgliedern aus der deutschen ITK-Branche. Es falle auf, so Kempf, dass sich insbesondere im TK-Markt der Preisverfall und die Folgen von regulatorischen Eingriffen oft stärker auswirkten als die eigentlich positive Umsatzentwicklung. Auch im Segment der Unterhaltungselektronik sei die Nachfrage nicht schlecht, doch der Preiskampf wirke sich ungünstig aus.

TK-Dienste sind und bleiben größter Einzelmarkt

Der Verband erwartet 2015 für den gesamten ITK-Markt ein Umsatzvolumen von 155,5 Milliarden Euro nach 153,3 Millionen im Jahr zuvor. Das größte Segment ist das der TK-Dienste, die für 49,3 Milliarden Euro stehen und knapp ein Drittel des Gesamtmarkts ausmachen. An zweiter Stelle stehen die IT-Services, mit denen 37,3 Milliarden Euro umgesetzt werden (24 Prozent des Markts). Es folgen der Hardware- und der Softwaremarkt, die 15 beziehungsweise 13 Prozent des Gesamtmarkts auf sich vereinen. Deutlich zurück hinter diesen großen Marktsegmenten liegen Consumer Electronics (6 Prozent), TK-Endgeräte (6 Prozent) und TK-Infrastruktur (4 Prozent).

Im Consumer-Electronics-Markt geht's bergab, die meisten anderen Märkte wachsen teils kräftig.
Im Consumer-Electronics-Markt geht's bergab, die meisten anderen Märkte wachsen teils kräftig.
Foto: Bitkom

Laut Bitkom treibt die Digitalisierung insbesondere den Software- und Servicemarkt. Das Hardwaresegment kam 2014 in den Genuss einer Sonderkonjunktur, als viele Unternehmen ihre Windows-XP-Rechner ablösten. Nach einem Wachstum von 6,3 Prozent im Vorjahr wird nun ein Plus von nur noch 1,3 Prozent erwartet.

In den drei wichtigsten ITK-Märkten legen Software und IT-Services schneller zu als der Hardwaremarkt, der vergangenes Jahr vom Windows-XP-Ablösegeschäft profitierte.
In den drei wichtigsten ITK-Märkten legen Software und IT-Services schneller zu als der Hardwaremarkt, der vergangenes Jahr vom Windows-XP-Ablösegeschäft profitierte.
Foto: Bitkom

Wie der Verband auf der CeBIT weiter mitteilte, wollen 68 Prozent der ITK-Unternehmen 2015 Personal einstellen. 2014 hatten dies 63 Prozent vor, im Jahr davor 57 Prozent. Die Branche werde Ende 2015 rund 990.000 Mitarbeiter beschäftigen gegenüber 969.000 im Jahr zuvor. Kempf mahnte, dass die Informatik in den Schulen aufgewertet und im Lehrplan verankert werden müsse. "Wir brauchen das Pflichtfach Informatik", so der Bitkom-Präsident.