Bitkom bleibt trotz Krise optimistisch

16.10.2008
Die Finanzkrise hat bisher kaum Einfluss auf den IT-Arbeitsmarkt, meint der Branchenverband Bitkom und beruft sich auf eine aktuelle Studie.

Derzeit gibt es in der deutschen Wirtschaft rund 45 000 offene Stellen für IT-Experten. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die der Bitkom jetzt vorgelegt hat. An der repräsentativen Untersuchung im September nahmen etwa 1500 Unternehmen teil. Danach entfallen 19 000 unbesetzte Jobs auf die ITK-Industrie und 26 000 IT-Jobs auf Anwenderbranchen.

Jobs bei den Dienstleistern

"Die Finanzkrise hat bis jetzt offenbar kaum Einfluss auf den Arbeitsmarkt für IT-Experten", sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Die Zahl der offenen Stellen liegt sogar leicht über Vorjahresniveau." Wie stark sich die aktuelle Finanzkrise mittelfristig auf die Geschäfte im ITK-Sektor auswirken wird, sei derzeit schwer abzusehen. "Eine abflauende Konjunktur kann den Expertenmangel nur vorübergehend abschwächen, da er strukturelle Ursachen hat", meint Scheer. Junge Menschen sollten sich bei ihrer Berufswahl daher nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Nach den Ergebnissen der Studie sind die Chancen für IT-Spezialisten nach wie vor gut. Ein Drittel der befragten ITK-Unternehmen hat eine oder mehrere offene Stellen zu bieten. Die mit Abstand meisten Jobs kommen von Anbietern von Software und IT-Diensten. Dieser Markt wächst im laufenden Jahr um rund sechs Prozent. "IT-Projekte bestehen heute in erster Linie aus Beratungsleistungen, individueller Programmierung und Schulungen", so der Bitkom-Chef. Seit dem Jahr 2000 haben Softwarehäuser und IT-Dienstleister rund 100 000 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. Mit 518 000 Jobs stellen sie heute den Großteil der insgesamt 829 000 Arbeitsplätze in der ITK-Branche. Entsprechend stark gefragt sind Softwareentwickler, die von zwei Drittel der ITK-Unternehmen mit freien IT-Stellen gesucht werden. Ebenfalls begehrt sind Projekt-Manager und IT-Berater. Im Gegensatz zur ITK-Industrie sind bei den Anwendern im Handel, im produzierenden Gewerbe und anderen Branchen IT-Administratoren gefragt.

Abschluss bleibt wichtig

Der Mangel an Spezialisten bleibt laut der Umfrage für die ITK-Branche ein gravierendes Problem. 46 Prozent der befragten ITK-Unternehmen geben an, dass sie einen Fachkräftemangel spüren. Ein Drittel sagt, dass offene Stellen nur schwer zu besetzen waren, und ein Viertel konnte für freie Arbeitsplätze gar keinen geeigneten Bewerber finden.

"In absoluten Zahlen handelt es sich um rund 11 000 Stellen, die gar nicht oder nur schwer besetzt werden konnten", weiß Scheer. Die Folge sei ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund einer Milliarde Euro. Einen Engpass gebe es in erster Linie bei Mitarbeitern mit hoher Qualifikation. Fast zwei Drittel der ITK-Firmen suchen ausschließlich Mitarbeiter mit Hochschulabschluss. (hk)

Zwei Drittel der Jobangebote entfallen auf Software-Entwickler, außerdem sind Projektmanager gefragt.
Zwei Drittel der Jobangebote entfallen auf Software-Entwickler, außerdem sind Projektmanager gefragt.