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BITKOM belässt Wachstumsprognose bei 2,5 Prozent

06.09.2004

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) e.V. hat heute in Berlin sein aktuelles Branchenbarometer vorgestellt. Die Unternehmen seien weiterhin zuversichtlich, erklärte der Verband: 58 Prozent der Anbieter aus Informationswirtschaft und Telekommunikation (ITK) erwarteten für das Jahr 2004 ein zum Teil deutliches Umsatzplus, weitere 21 Prozent rechneten mit stabilen Einnahmen.

Der Verband hält daher weiterhin an seiner Prognose vom Juni dieses Jahres fest und geht wie gehabt von 2,5 Prozent Wachstum auf ein Gesamtvolumen von 132 Milliarden Euro aus. Damit läge die Branche erstmals seit 2001 wieder deutlich über dem gesamtwirtschaftlich erwarteten Wachstum von 1,7 Prozent. "Die ITK-Branche bleibt auf dem Wachstumspfad", erklärte BITKOM-Präsident Willi Berchtold. Er ergänzte, die Auftragsbestände wüchsen derzeit schneller als die Erlöse, und interpretierte dies als "gutes Zeichen für das Restjahr".

Den Markt treiben der BITKOM-Erhebung zufolge vor allem Mobilfunkdienste, neue Medien und digitale Consumer Electronics. Für IT-Hardware, lange Sorgenkind der Branche, konstatiert der Verband eine seit Frühjahr 2004 feststellbare "nachhaltige Wende".

Als wichtigstes Markthemmnis nannten die vom BITKOM befragten Firmen zum zweiten Mal in Folge die allgemeine politische Situation. Berchtold forderte angesichts dessen, die wichtigen Reformvorhaben nicht im Eifer von Landtags- und Kommunalwahlen zu zerreiben. Überdies gelte es, eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen. "Wir müssen erklären, wo die Reise hingeht, wo unser Land in zehn Jahren stehen soll", so der BITKOM-Präsident. "Und wir müssen Begeisterung dafür erzeugen, diese Reise anzutreten." Diese Aufgabe müssten Regierung, Opposition und Wirtschaft gemeinsam schultern, so wie dies musterhaft bei "Bund Online 2005" und dessen Nachfolgeprojekt "Deutschland" online gelungen sei.

Unvermeidlich folgte dann noch Berchtolds Appell, bei der Einführung der Gesundheitskarte müsse "definitiv an Tempo zugelegt werden" - dabei darf man nicht vergessen, dass Berchtold im Hauptberuf dem Vorstand des (unter anderem) Smartcard-Herstellers Giesecke und Devrient vorsitzt. Auch die Digitalisierung des Polizeifunks müsse endlich angepackt werden. "Die Zeit der politischen Heckenschützen und Grabenkriege muss ein Ende nehmen. Jetzt gilt es, gemeinsam etwas für unser Land zu tun", forderte Berchtold. (tc)