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Lebenszeichen vom Mt.Gox-Chef

Bitcoin-Plattform weiter außer Betrieb

27.02.2014
Kunden der Bitcoin-Börse Mt.Gox müssen weiterhin um ihre Einlagen bangen. Nachdem die Plattform vor einigen Tagen vom Netz ging, gibt es jetzt immerhin ein Lebenszeichen des Gründers von Mt.Gox.

In der Krise um die Digitalwährung Bitcoin hat der Chef der abrupt gestoppten Handelsplattform Mt.Gox Gerüchte um eine Flucht aus Japan dementiert. "Ich möchte diese Gelegenheit nutzen und jedem versichern, dass ich weiterhin in Japan bin", versuchte Mark Karpeles in einer knappen Mitteilung unter der Internetadresse mtgox.com die Anleger zu beruhigen.

Mtgox.com, Screenshot am 27.02.2014
Mtgox.com, Screenshot am 27.02.2014

Er arbeite "sehr hart daran, mit der Unterstützung verschiedener Parteien eine Lösung für unsere jüngsten Probleme zu finden". Zuvor hatte Mt.Gox mitgeteilt, dass der Handel bis auf weiteres ausgesetzt bleibe. Gerüchte über eine Insolvenz machen die Runde. Auch von riesigem Diebstahl ist die Rede.

Karpeles bat die Nutzer der Handelsplattform, von Anfragen an die Mitarbeiter von Mt.Gox über den Verbleib der Gelder abzusehen. Die Mitarbeiter seien angewiesen worden, keine Auskunft zu geben. Die in Tokio ansässige Handelsplattform hatte am Dienstag den Betrieb eingestellt - "zum Schutz der Seite und unserer Kunden", wie es hieß.

So sah die Webseite der Bitcoin-Börse im April 2013 aus.
So sah die Webseite der Bitcoin-Börse im April 2013 aus.

Bereits vor zwei Wochen hatten die Betreiber den Handel wegen einer technischen Panne vorübergehend gestoppt. Nach einem Bericht der "Financial Times" fürchten Kunden den Verlust von Einlagen in Höhe von umgerechnet 400 Millionen Dollar. Die Zahl der Kunden von Mt.Gox wird auf eine Million geschätzt, nur relativ wenige davon sollen Japaner sein.

Bitcoins sollen einen Zahlungsverkehr ermöglichen, der unabhängig von Regierungen und Banken funktioniert und die Transaktionskosten niedrig hält. Bereits Ende 2013 hatten Handelsbeschränkungen in China und Warnungen von Finanzaufsehern und Notenbanken den Bitcoin zurückgeworfen. Die auch als "Hacker-Währung" bezeichneten Coins gibt es seit dem Jahr 2009. Sie werden in komplizierten Rechen-Prozessen auf den Computern der Nutzer erzeugt, können aber auch im Internet mit etablierten Währungen wie Dollar oder Euro gekauft werden. Sie kommen vor allem bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. (dpa/tc)