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Bill Gates will Spam stärker bekämpfen

25.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Spam sei eine Plage, die die Vorteile elektronischer Post zunichte mache, schrieb Bill Gates am Dienstag in einer so genannten Excutive Mail. Sauer ist der Microsoft-Gründer offenbar, weil pornografische Angebote, Kredit-Offerten und sonstige unerwünschte E-Mails täglich auch in seinem Postfach landen.

Abhilfe soll eine neu gegründete Anti Spam Technology and Strategy Group schaffen, die gegründet wurde, um neue Technologien zu entwickeln und vorhandene Abwehrmechanismen zusammenzuführen und zu verbessern. Als Beispiele für die Anstrengungen Microsofts, dem Problem Herr zu werden, nennt Gates in den Diensten MSN und Hotmail eingesetzte Filter, die angeblich über 2,4 Milliarden Spam-Mails täglich blocken. Die Technologie soll weiterentwickelt und künftig auch für die Produkte Outlook und Exchange zur Verfügung gestellt werden.

Nur auf technologischer Ebene sei das Problem jedoch nicht zu lösen, so Gates. Er möchte in Zukunft Spammern Hotmail- und MSN-Accounts konsequenter entziehen. Weitere Pläne sehen vor, gemeinsam mit Behörden und ISPs (Internet Service Provider) gegen Versender von Massen-Mails vorzugehen. Nach Vorstellung des Microsoft-Gründers sollen zum Beispiel Mails mit unbekannter Herkunft nicht weitergeleitet werden. Diese Maßnahme könne verhindern, dass Spammer ihre Identität verschleiern, indem sie Massensendungen über viele verschiedene Server umleiten.

Zudem sollen gesetzliche Regelungen dafür sorgen, dass für Anwender noch vor dem Öffnen einer Mail zu erkennen ist, ob es sich um Spam handelt. Dazu wiederholte Gates seine Forderung, per Gesetz vorzuschreiben, dass Massen-Mails mit "ADV" (Advertisement) in der Betreffzeile zu kennzeichnen sind (Computerwoche online berichtete). (lex)