Gegenseitiger Respekt

Bill Gates schrieb dem sterbenden Steve Jobs

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Steve Jobs starb mit einem Brief von Bill Gates neben seinem Bett.
Bill Gates (hier bei einem Amcham-Termin in Berlin im April 2011)
Bill Gates (hier bei einem Amcham-Termin in Berlin im April 2011)
Foto: Gates Foundation

Das berichtet der britische "Telegraph" im Rahmen eines langen Artikels, der primär die philanthropischen Aktivitäten des schwerreichen Microsoft-Gründers würdigt. Gates hatte Jobs einige Monate vor dessen Krebstod bereits mehrere Stunden lang besucht. "Wir verbrachten Stunden damit, uns zu erinnern und über die Zukunft zu sprechen", erklärte Gates, der in der offiziellen Jobs-Biografie von Walter Isaacson nicht allzu gut wegkommt.

Spätestens seit dem Jahr 2007 entwickelten die beiden PC-Pioniere aber ein offensichtlich geradezu freundschaftliches Verhältnis. Kurz vor Steve Jobs' Tod schrieb Gates ihm dann besagten Brief. "Ich sagte Steve, er solle sich großartig fühlen angesichts dessen, was er vollbracht und der Firma, die er geschaffen hat", so Gates weiter. "Und ich habe ihm zu seinen Kindern geschrieben, die ich kennenlernen durfte."

Und diese letzte Geste sei nicht versöhnlich gewesen: "Es gab da keinen Frieden zu machen. Wir waren nicht im Krieg. Wir haben tolle Produkte gemacht, und Wettbewerb war stets eine gute Sache. Kein Grund für Vergebung also", so Gates zum "Telegraph". Später hab er einen Anruf von Jobs' Frau Laurene bekommen, die ihm gesagt habe: "Sehen Sie, diese [Isaacsons, Anm. d. Red.] Biografie zeichnet einfach kein Bild des gegenseitigen Respekts, denn Sie füreinander empfanden." Ihr Mann sei dankbar für den Brief gewesen und habe ihn neben seinem Bett behalten.