Bildbearbeitungsprogramm kostenlos

Bildbearbeitung für Jedermann

03.04.2014 | von 
Diego Wyllie
Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
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Wer seine Bilder und Fotos lokal auf dem PC oder online im Browser bearbeiten möchte, findet zahlreiche Bildbearbeitungsprogramme, die gratis erhältlich sind. Welche davon auch wirklich etwas taugen, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Mit der immer weiter steigenden Nachfrage nach Smartphones und dank immer besseren Foto-Apps für iPhone und Co., erlebt die digitale Bildbearbeitung derzeit ihre Renaissance. Heute hat jeder Smartphone-User eine anspruchsvolle digitale Fotokamera immer und überall dabei. Und sie wird auch gern benutzt. In jeder scheinbar noch so unbedeutsamen Alltagssituation lässt sich ein attraktives Motiv für ein spontanes Foto finden. Zu den ganzen Bildern aus dem Urlaub und aus besonderen Anlässen kommen also nun etliche Fotos aus dem Alltag hinzu, die auch bearbeitet und verwaltet werden müssen.

Vor diesem Hintergrund stellen Anwender immer mehr Anforderungen an ihre Bildbearbeitungssoftware. Diese muss heute nicht nur einfach zu bedienen und intuitiv sein, sondern auch mit einem umfangreichen Bildmaterial klar kommen, tolle Effekte und Filter á la Instagram anbieten und am besten auch noch gratis sein. Die gute Nachricht: Wer lange sucht, findet im Freeware-Bereich tatsächlich gute Software, die den gestiegenen Anforderungen der Anwender gerecht werden kann. Dabei stellt sich immer öfter die Frage, ob es eine klassische Desktop-Anwendung sein soll, die lokal auf dem Rechner installiert wird, oder doch lieber eine Web-Anwendung, die man bei Bedarf im Internet verwenden kann.

Kostenlose Bildbearbeitungsprogramme

Picasa: Native Bildbearbeitung von Google

Kostenlose Bildbearbeitung mit Picasa von Google.
Kostenlose Bildbearbeitung mit Picasa von Google.
Foto: Diego Wyllie

Mit "Picasa” bietet der Internetriese Google eine der populärsten Freeware-Programme für die Bildbearbeitung, die für den Desktop heute erhältlich sind.

Vorteile: Punkten kann das Programm mit zahlreichen leistungsfähigen Features, die man sonst in der Regel nur bei kostenpflichtigen Produkten findet. Dazu zählen beispielsweise Funktionen zur automatischen Gesichtserkennung und Geolokalisierung, die die automatische Sortierung von Bildern nach Personen und Aufnahmeorten ermöglichen. Bei der Bildedition helfen zudem vorgegebene Filter, die Farbkorrekturen und andere Optimierungen automatisch durchführen und gute Resultate liefern. Fertige Fotos lassen sich bequem in Alben gruppieren oder im Web veröffentlichen.

Nachteile: Gleich nach der Installation will die Software den Rechner nach Bildern durchsuchen, um sie in die interne Bibliothek zu importieren. Von dieser Möglichkeit sollte man aber nicht unbedingt Gebrauch machen, ohne vorher die Software getestet zu haben. Denn der Vorgang kann viel zu lange dauern, wenn man viele Bilder auf der Festplatte hat.

Betriebssystem: Die Picasa-Desktop-Anwendung läuft nativ auf Windows und lässt sich dank der Kompatibilitätsschicht "Wine” ohne Einschränkungen auch unter Mac und Linux einsetzen. Mit Hilfe der ergänzenden Lösung "Picasa Webalben” können Anwender zudem ihre Fotos zentral im Web präsentieren und archivieren.

Fazit: Picasa bietet sich als eine hochwertige und bewährte Lösung für Heimanwender, die eine einfache Bedienung in den Vordergrund stellen und auf weiterführende, spezielle Funktionen verzichten können.

Gimp: Photoshop-Alternative aus dem Open-Source-Lager

Bildbearbeitungssoftware Gimp.
Bildbearbeitungssoftware Gimp.
Foto: Diego Wyllie

Das "GNU Image Manipulation Program”, bekannt in der Kurzform "Gimp”, wurde in seiner ersten Version bereits 1995 gelauncht. Heute, fast 20 Jahre später, erfüllt es alle Ansprüche für die Erstellung, Gestaltung und Bearbeitung von Fotos und Bildern und gilt als eine der besten quelloffenen und kostenlosen Photoshop-Alternativen.

Vorteile: Das Programm wartet mit all den gängigen Funktionen auf, die man aus Photoshop kennt, unter anderem Effekte und Filter, Retusche- und Montage-Features, sowie Funktionen zur Bildkorrektur, die ähnlich hochwertige Ergebnisse liefern. Nahezu alle angebotenen Funktionen können durch Skripte automatisiert werden. Ein weiterer Pluspunkt, nicht nur für Fortgeschrittene: Die Software ist auf Deutsch erhältlich und verfügt über eine umfangreiche Dokumentation mit vielen Tutorials und detaillierten Beispielen, die den Einstieg erleichtern.

Nachteile: Gimp ist zwar schnell und leistungsstark, hat aber in puncto Bedienkomfort einiges aufzuholen. Die Bedienung ist teilweise komplizierter als bei vielen der Konkurrenzprodukten.

Betriebssystem: Das Tool wurde ursprünglich für Linux beziehungsweise Unix entwickelt. Mittlerweile sind aber Portierungen der Software auch für Windows und Mac OS X erhältlich.

Fazit: Gimp hat sich als die wichtigste Open-Source-Alternativen zu Photoshop etabliert. Die Applikation ist vor allem unter Linux-Anwendern beliebt, hat ihren Weg auch schon in die Plattformen Windows und Mac gefunden.

Magix Foto Manager: Fotos editieren und zentral verwalten

Bilder bearbeiten mit Magix Foto Manager.
Bilder bearbeiten mit Magix Foto Manager.
Foto: Diego Wyllie

Eine bewährte Fotobearbeitungsanwendung im Consumer-Bereich steht mit dem "Magix Foto Manager” zur Verfügung. Dabei handelt es sich um eine einfach gehaltene Applikation für die digitale Fotografie, die von der Magix AG aus Berlin entwickelt wird.

Vorteile: Die Applikation wartet mit einer Reihe interessanter Funktionen auf, die die Verwaltung und Editierung umfangreicher Bildersammlungen beschleunigen und vereinfachen können. Von Verschönern und Optimieren, über Präsentieren, Verwalten und Organisieren bis hin zur sicheren Archivierung deckt die Software alle Anwendungsszenarien im Fotografie-Workflow ab.

Nachteile: Ohne sich beim Anbieter zu registrieren kann man das Programm nur eine Woche lang nutzen. Der Registrieungsprozess ist zwar einfach und danach kann man die Software uneingeschränkt nutzen. Aber ein wenig nervt das Prozedere schon.

Betriebssystem: Anders als Picasa und Gimp ist dieses Gratis-Programm ausschließlich für Windows erhältlich. Neben der kostenlosen Einsteiger-Version steht Interessierten zusätzlich eine kostenpflichtige Edition zur Verfügung, die mehr Funktionen enthält und knapp 40 Euro kostet.

Fazit: Der Magix Foto Manager wartet mit einer schlicht gehaltenen Arbeitsoberfläche und mit einer Reihe interessanter Werkzeuge auf, die für Jedermann leicht anzuwenden sein dürften.

Paint.NET: Einfach wie Windows Paint, aber funktionsreicher

Fotos bearbeiten mit Paint.NET.
Fotos bearbeiten mit Paint.NET.
Foto: Diego Wyllie

Eine weitere, weit verbreitete Bildbearbeitungssoftware, die seit Jahren erfolgreich am Markt besteht, ist "Paint.NET”. Dabei handelt es sich um eine Freeware-Lösung, die im Jahr 2004 als ein Studentenprojekt entstanden ist und mittlerweile unter der Schirmherrschaft von Microsoft und der Washington State University steht. Seitdem wurde die Software, die zunächst als Ersatz für Microsoft Paint konzipiert wurde, kontinuierlich weiterentwickelt. Die letzte Version 3.5.10 datiert allerdings mittlerweile auf Oktober 2011 zurück.

Vorteile: Die Software schließt die Lücke zwischen dem legendären Paint-Programm, das für viele Anwender viel zu rudimentär ist, und umfangreichen Bildbearbeitungsprogrammen wie etwa Photoshop oder Gimp, mit denen sich viele Anfänger wiederum überfordert fühlten. Durch Plug-Ins lässt sich zudem das Programm auf einfache Weise erweitern.

Nachteile: Die Software arbeitet standardmäßig mit einem proprietären Dateiformat (mit der Endung .pdn), das man sonst in kaum einer anderen Software öffnen kann, was die Integration der Software mit anderen Tools sicherlich schadet.

Betriebssystem: Die Software ist nur für Windows XP und höher erhältlich.

Fazit: Windows-Anwender erhalten mit Paint.NET eine gute Software, die in der Bedienung so einfach wie Microsoft Paint ist, aber gleichzeitig über viele Werkzeuge verfügt, die sich von Photoshop und Co. nicht verstecken müssen.

Photoscape: GIF-Animationen und andere spezielle Features

Kostenlose GIF-Animationen mit Photoscape.
Kostenlose GIF-Animationen mit Photoscape.
Foto: Diego Wyllie

"Photoscape” stellt eine nennenswerte Paint.NET-Alternative dar, die ebenfalls Windows-User adressiert. Das Programm ist modular aufgebaut und bietet Anwendern einen einfachen Weg, Bilder betrachten, bearbeiten und verwalten zu können.

Vorteile: Den Unterschied macht Photoscape mit einer Reihe "Nice-to-have”-Features, die teilweise sehr nützlich sind. Dazu zählt zum Beispiel ein einfacher "Batch Editor”, mit dem der Anwender Arbeitsschritte festlegen kann, die auf mehrere Bilder gleichzeitig angewendet werden sollen. Ferner besteht die Möglichkeit, aus Bilderreihen animierte GIF-Dateien zu erzeugen - in sehr guter Qualität und mit nur wenigem Aufwand.

Nachteile: Die Anwendungsoberfläche von Photoscape nicht die schönste und wirkt, vor allem auf einem Rechner mit Windows 7, ziemlich altmodisch. Bei Anwendern, die viel Wert auf ein sauberes und ansprechendes UI-Design legen, wird es dafür einen deutlichen Minuspunkt geben.

Betriebssystem: Photoscape ist nur für PC erhältlich. Der Hersteller verspricht Kompatibilität mit Windows 2000, XP, Vista und Windows 7.

Fazit: Wer auf der Suche nach einer guten Windows-Software zum Nulltarif ist, der ist gut beraten, sich das Programm Photoscape einmal näher anzuschauen. Davon profitieren in erster Linie Anfänger.

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