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Bilanzskandal: Topmanager von Peregrine müssen gehen

06.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Peregrine Systems hat eine interne Untersuchung eingeleitet, bei der mögliche Bilanzunregelmäßigkeiten geprüft werden sollen. Zudem sind Chairman und Chief Executive Officer (CEO) Stephen Gardner sowie der Finanzchef Matthew Gless mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurückgetreten. Das gab der auf Asset-Management- und E-Business-Lösungen spezialisierte US-Anbieter am heutigen Montag bekannt. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Anleger Unstimmigkeiten vermutet, nachdem Peregrine die Veröffentlichung seiner jüngsten Ergebnisse verschob: Die Peregrine-Aktie war in der vergangenen Woche um rund 64 Prozent auf 2,57 Dollar eingebrochen (Computerwoche online berichtete). Im morgendlichen US-Handel am heutigen Montag stürzte der Kurs um weitere rund 60

Prozent auf 1,05 Dollar ab.

Die Unregelmäßigkeiten traten zutage, als KPMG die Buchprüfungsaktivitäten bei Peregrine von Arthur Andersen übernahm. Nach der skandalösen Verstrickung von Andersen in die Enron-Pleite hatte das Unternehmen KPMG mit der Prüfung seiner Bücher beauftragt. "Die Tragweite dieser Angelegenheit ist noch nicht klar", erklärte Peregrine in einer Stellungnahme. Man habe jedoch eine interne Untersuchung gestartet und die US-Börsenaufsicht darüber in Kenntnis gesetzt. Fragwürdig sind derzeit Umsatzbuchungen in Höhe von bis zu 100 Millionen Dollar.

Inzwischen wurde Richard Nelson zum neuen CEO und Verwaltungsratsmitglied ernannt. Der Manager war zuvor als Executive Vice President für Peregrine tätig. Die Finanzen übernimmt in Kürze Fred Gerson, der bislang noch Chief Financial Officer (CFO) bei dem Baseball-Team San Diego Padres ist. John Moores, der bereits zwischen 1990 und 2000 Chairman bei Peregrine war, kehrt nun in dieses Amt zurück. (ka)