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Bilanzskandal: MCI hält sich für unschuldig

12.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Verteidigung des zahlungsunfähigen US-Carriers MCI/Worldcom hat am gestrigen Donnerstag bei einer Anhörung vor dem Bezirksgericht in Oklahoma auf nicht schuldig plädiert. US-Medienberichten zufolge kritisierte Carol Petren, stellvertretende Chefverteidigerin von MCI, dass Generalsstaatsanwalt Drew Edmondson den elf Milliarden Dollar schweren Bilanzskandal weiter verfolge. Es sei enttäuschend, dass Edmondson angesichts der dramatischen Ereignisse bei MCI auf seinen Anschuldigungen bestehe, so Petren: Die Leidtragenden eines solchen Prozesses seien nur die Angestellten. Zudem habe MCI inzwischen ein neues Management und interne Kontrollen eingesetzt, um eine Wiederholung der Probleme zu vermeiden, die zu dem größten Bilanzbetrug und Insolvenzfall in der US-Geschichte führten.

Niemand habe seinen Job wegen der Anklage des Bezirksgerichts von Oklahoma verloren, entgegnete darauf Chefankläger Edmondson. Von der Tatsache, dass MCI ein neues Management eingesetzt habe, könnten sich die geschädigten Bürger von Oklahoma auch nichts kaufen. Einige hätten ihr gesamtes Erspartes in Worldcom-Aktien angelegt und aufgrund des Bilanzbetrugs nun verloren.

Die Bundesstaatanwaltschaft von Oklahoma hatte Ende August strafrechtliche Schritte gegen den Firmengründer und ehemaligen CEO Bernard Ebbers, fünf weitere Ex-Worldcom-Führungskräfte, sowie gegen das Unternehmen selbst erhoben (Computerwoche online berichtete). Den Angeklagten wird der Verstoß gegen das Wertpapiergesetz von Oklahoma in insgesamt 15 Punkten vorgeworfen. Für jeden der Punkte drohen Ebbers und den anderen Topmanagern im schlimmsten Fall jeweils zehn Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe von 10.000 Dollar.

In der vergangenen Woche hatte bereits der Firmengründer bei einer kurzen Anhörung vor dem Bezirksgericht in Oklahoma seine Unschuld beteuert und eine Kaution von 50.000 Dollar hinterlegt (Computerwoche online berichtete). (mb)