Pflicht-Disziplin Social Media

Bilanz von Twitter und Facebook mau

Werner Kurzlechner
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
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Ihr Auftritt im Web 2.0 ist ein Misserfolg oder lohnt nicht: Unternehmen haben laut BVDW-Studie bisher kaum von Social Media profitiert.

Social Media ist bekanntermaßen ein wichtiger und viel beleuchteter IT-Trend in Unternehmen – mittlerweile auch hierzulande. Wie umfangreich ist aber die Schattenseite der Enterprise-2.0-Aktivitäten? Eine Befragung der Fachgruppe Social Media des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) unter 185 Unternehmen gibt darüber sehr konkret Aufschluss.

So stufen die Befragten die Relevanz von Social Media ein.
So stufen die Befragten die Relevanz von Social Media ein.
Foto: BVDW

Die dunklen Ergebnisse der Studie im Detail: Jedes zehnte Unternehmen klagt bereits über echte Misserfolge mit Social Media. 16 Prozent der Firmen berichten, ihre Aktivitäten hätten sich bisher nicht gelohnt; weitere 23 Prozent beurteilen das Resultat bisher als durchwachsen und mittelprächtig. Fast zwei Fünftel der Anwender sind bisher also keineswegs zufrieden. Knapp 28 Prozent bleiben bislang bei Web 2.0 abstinent. 15 Prozent messen dem Thema keine Bedeutung für ihr Unternehmen bei; weitere 13,5 Prozent sind sich in dieser Frage unschlüssig.

Social Media fester Bestandteil des Marketing

Es glänzt also nicht immer alles und überall golden, was deutsche Unternehmen in virtuellen Welten anpacken. Das sei vorausgeschickt, denn im Kern spiegelt die Studie den unaufhaltsamen Aufstieg von Social Media auch in Firmen wider. Offen scheint nur die Frage, wie rasant diese Entwicklung weiter geht – und wie lange sich Unternehmen völlige Skepsis noch leisten können.

Als eindeutiges Ergebnis stellt der BVDW fest, dass rund 85 Prozent der Unternehmen Social Media künftig eine sehr hohe Bedeutung zusprechen. „Social Media ist nicht nur in aller Munde, sondern hat sich auch als wesentlicher Bestandteil im Media- und Marketingmix der werbungtreibenden Unternehmen in Deutschland fest etabliert“, konstatiert der Fachgruppenvorsitzende Curt Simon Harlinghausen.

Die Mehrheit rechnet mit steigenden Budgets fürs Enterprise 2.0.
Die Mehrheit rechnet mit steigenden Budgets fürs Enterprise 2.0.
Foto: BVDW

Eine intelligent genutzte Social-Media-Präsenz trage maßgeblich zum gesamten Erfolg des Unternehmens, seiner Marken, Produkte und Dienstleistungsangebote bei. „Für das tägliche Business und insbesondere in der Markenkommunikation gilt Social Media bereits als unverzichtbar – auch für die klare Positionierung direkt innerhalb der gewünschten Zielgruppe“, so Harlinghausen.

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